7D – Der 3D-Druck Wochenrückblick KW 33/2020

Was eine Woche! Nicht nur, dass uns das Wetter mit Temperaturen jenseits der 30 Grad versorgt hat – auch in Sachen 3D Druck war wieder einiges los. Viel Spaß beim Lesen unseres kleinen Wochenrückblicks!

3D-Druck zur Nachbildung von Kerzenständern aus dem 12. Jahrhundert

Einige von euch werden das englische Unternehmen Renishaw kennen – als Spezialist für die Herstellung von hochpräszisen Messinstrumenten für die Metallverarbeitung. Was du allerdings noch nicht wissen wirst: Renishaw ist jetzt unter die Kerzenständer-Produzenten gegangen! Konkreter gesagt: Renishaw hat den auf der Insel bekannten “Gloucester Candlestick” – ein Kerzenhalter Baujahr 1110 – komplett in 3D nachgedruckt. Während das wertvolle und einmalige Original sicher im Victoria and Albert Museum in London aufbewahrt wird, darf die Replika jetzt endlich dahin zurückkehren, wo sie hingehört: In die Kathedrale von Gloucester! Dort stand der Kerzenständer nur einige Jahre, bis 1122 ein Feuer die Kathedrale zerstörte – und der Kerzenständer Opfer von Diebstahl wurde.

Bildquelle: BBC

Renishaw hat leistungsstarke 3D Scanning Methoden eingesetzt, um den Kerzenständer detailgetreu virtuell nachzubilden – und in der Folge aus Aluminiumpulver in 3D zu drucken. Für das perfekte Finish gab es anschließend noch ein Finish mit Goldpatina.

Wir finden: Ein beeindruckendes Beispiel für die Vielseitigkeit des 3D Drucks. Davon wollen wir gerne mehr sehen!

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Michigan Tech entwickelt Open Source Smart Vision für die Qualitätskontrolle beim 3D-Druck

Bildquelle: Michigan Tech University

Systeme zur Prozessüberwachung und -kontrolle sind auch in der additiven Fertigung auf dem Vormarsch. Für Anwender, die FFF 3D Drucker einsetzen, kommt jetzt ein leistungsfähiges, auf Open Source beruhendes, Tool für die Analyse und Optimierung des 3D Drucks. Das “Smart Vision” genannte Werkzeug lässt sich detailliert auf jeden Anwendungsfall anpassen, soll einfach zu bedienen sein und Fehler beim 3D Druck zuverlässig vermeiden.

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3D-Druck stellt Gesundheitsrisiken dar: Tipps zum Schutz Ihrer Mitarbeiter

Der 3D Druck nimmt in der Produktion oder dem Prototypenbau einen immer größeren Stellenwert ein. Und wie immer: Mit jeder großen Innovation lassen Konsequenzen nicht lang auf sich warten. Forscher der Georgia Tech haben jetzt herausgefunden, dass viele 3D Drucker eine nicht unerhebliche Menge Feinstaub in die Umgebungsluft abgeben – die beim Einatmen zu Atemwegsbeschwerden oder gar Asthma führen können. Mit einigen Handlungsanweisungen lässt sich die Gefahr durch die ultrafeinen Partikel aber deutlich reduzieren! Welche Tipps das sind, erfährst du hier!

Eine neue Ära der Wasseraufbereitungstechnologien: 3D-Druck für Membranen

Bildquelle: Yanar, Kallem et al.

Der 3D Druck lässt sich ja bekanntlich für tausendundeine Idee verwenden. Eine interessante Studie dreht sich jetzt um die Möglichkeiten des 3D Drucks von Membranen. Membranen werden immer dort eingesetzt, wo Wasser von Schwebstoffen oder Öl befreit werden soll. Die Studie liegt leider nur in Englisch vor, ist aber auf jeden Fall einen Blick wert!

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3D-Druck interaktiver Karten für Sehbehinderte

Bildquelle: sergei/hackaday.com

Die allermeisten Karten, die im Erdkundeunterricht eingesetzt werden, sind grafisch aufbereitet und umgesetzt. Menschen mit Sehbehinderung mussten bisher auf die Erkundung unserer Welt via Karten verzichten – es gab schlichtweg keine Möglichkeit, Kontinente, Länder, Landesgrenzen etc. für Blinde oder sehtechnisch eingeschränkte Personen darzustellen. Bis jetzt! Ein ambitionierter 3D Druck-Begeisterter namens Sergei hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch 3D Druck interaktive Karten für Sehbehinderte zu erstellen. Hierzu druckte Sergei zunächst die einzelnen Kontinente mit einfach tastbaren Konturen – und vervollständigte sein “Kartenmaterial” anschließend mit einem Ultraschall-Sensor. Dieser Sensor macht die Karten interaktiv – und lässt beispielsweise Audiofiles abspielen.

Wir sind wirklich begeistert von den Karten – und legen dir einen genaueren Blick auf den Artikel echt ans Herz!

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Modell der Woche: BONNE MAMAN MESSMANSCHETTE

Bildquelle: bengineer3d/cults3d.com

Wenn du auf leckere Konfitüre stehst, dann ist dir Bonne Maman sicherlich ein Begriff. Die Konfitüren sind auch bei uns in Deutschland fast überall erhältlich – somit wird wahrscheinlich auch in deinem Schrank eines der Gläser mit der prägnanten Form herumstehen. Auf cults3d.com gibts jetzt eine 3D Druckvorlage für eine Messmanschette, mit der du aus deinem Bonne Maman Glas einen kleinen Messbecher machen kannst. Die Manschette passt perfekt auf das Glas – und zeigt dir den Füllstand in Millilitern auf der Außenseite an. So weißt du immer genau, wieviel Konfitüre jetzt eigentlich noch übrig ist. Natürlich kannst du auch jede andere Flüssigkeit mit dem kleinen, praktischen Helfer abmessen.

Ein schickes Tool, das du hier findest.