Anycubic Photon – DLP Drucker für um die 500€

Anycubic Photon 3D Drucker kaufen
Anycubic Photon 3D Drucker auf DLP Basis (Bildquelle: anycubic)

Anycubic ist für seine zuverlässigen und erschwinglichen 3D Drucker, zu denen auch der Anycubic i3 Mega gehört, bekannt. Vor einiger Zeit brachte das Unternehmen den Anycubic Photon auf den Markt, der zu den günstigsten DLP 3D Druckern gehört und den wir dir hier etwas genauer vorstellen wollen.

Vorab muss gesagt werden, dass wir den Anycubic Photon 3D Drucker nicht selbst getestet haben. Wir haben uns aber auf zahlreichen renommierten Webseiten und in YouTube Videos informiert und uns auch in Communitys beteiligt, die sich dem 3D Druck widmen. So konnten wir uns so recht umfangreiches Bild von diesem Gerät verschaffen.

Kurze Zusammenfassung

Beim Anycubic Photon handelt es sich um einen Desktop DLP 3D Drucker. Die DLP-Technologie unterscheidet sich erheblich vom FDM-Verfahren, dass die meisten der von uns vorgestellten 3D Drucker nutzen. Anstelle von Filamenten kommen bei dem DLP Verfahren flüssige Harze zum Einsatz, die entweder mit einem Hochleistungslaser oder durch das natürliche UV-Licht ausgehärtet werden. Während beispielsweise beim Formlabs Form 2 ein Laser für die Härtung des flüssigen Harzes zuständig ist, kommt beim Anycubic Photon die Digital Light Processing Technologie zur Anwendung, die eine Art Projektor nutzt. Bei diesem Prozess wird das Gesamtbild einer Schicht – ähnlich wie bei einem Beamer – projiziert, das Harz härtet hier schichtweise aus. Ist eine Schicht erstarrt, wird die Bauplatte nach oben bewegt und der Projektor bildet dann die nächste Scheibe des zu fertigenden 3D Objekts ab.

Der Anycubic Photon kann Objekte mit einer maximalen Größe von 115 x 65 x 150 mm drucken. Er bringt es auf eine Druckgeschwindigkeit von 10 bis 20 mm/Stunde. Er kann nicht nur zur Herstellung von Prototypen und verschiedenen Modellen für den Privatgebrauch verwendet werden, auch für Zahntechniker und Juweliere eignet er sich hervorragend.

Technische Daten

Modell: Anycubic Photon
Technologie: LCD SLA/DLP
Druckergröße: 220 x 200 x 400 mm
Maximales Bauvolumen: 115 x 65 x 155 mm
Verwendetes Material: Lichtempfindliches Harz (Resin) mit 405 nm
Lichtquelle: Integriertes UV-Licht (die Wellenlänge liegt bei 405 nm)
XY-Achsen-Auflösung: 47 µm
Z-Achsen-Auflösung: 1,25 µm
Layer-Auflösung: 25 – 100 µm
Druckgeschwindigkeit: 10 – 20 mm/h
Display: 2,8 Zoll Touchscreen Display
Verwendete Software: Anycubic Photon Slicer
Konnektivität: USB-Stecker und SD-Karte
Gewicht (ohne Verpackung): 7,2 kg

Wichtiger Hinweis:
Einen direkten Kontakt des Harzes mit der Haut solltest du unbedingt vermeiden. Kommt es versehentlich doch dazu, bitte mit reichlich Wasser abspülen. Wird der Drucker 2 Tage oder länger nicht genutzt, solltest du das Harz in die Vorratsflasche zurückfüllen und danach den Resin-Tank reinigen. Dazu kannst du ein feuchtes Gewebetuch verwenden. Zugleich musst du vor einem erneuten Druck kontrollieren, dass keine festen Rückstände mehr vorhanden sind. Sollen die fertigen Objekte weiter aushärten, kannst du sie der direkten Sonneneinstrahlung oder einem UV-Licht aussetzen.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehört neben dem Anycubic Photon 3D Drucker noch weiteres Zubehör. Dazu zählen

  • 1 Flasche á 250 ml Harz
  • 1 Resin-Tank
  • 1 Filter für das Harz
  • 1 Handbuch (u.a. in englischer und deutscher Sprache)
  • 1 USB-Stick
  • 3 x Handschuhe
  • 1 Mundschutz
  • 1 Werkzeugset
  • Montagematerial
  • 1 Netzteil
  • 1 Netzkabel sowie
  • 1 Spachtel.

Aufbau

Der Anycubic Photon 3D Drucker wird im bereits vormontierten Zustand geliefert. Auf dem beiliegenden 8 GB USB-Stick sind bereits einige Modelle abgespeichert, die du zuerst drucken kannst. Für den Lattice-Würfel wird er bei einer Auflösung von etwa 50 Mikron ungefähr 4 Stunden brauchen.

Nach dem Auspacken gilt es zuerst, die Transportsicherungen und die auf den Fenstern des 3D Druckers angebrachte Folie zu entfernen. Danach kannst du mit der Einrichtung des Druckers beginnen. Diese wird wahrscheinlich 20 bis 30 Minuten in Anspruch nehmen.

Zuerst musst du einen kleinen Knopf an der Vordertür des Anycubic Photon anbringen. Dieser dient als Türgriff. Danach öffnest du die obere Abdeckung und überprüfst, ob der 2K-LCD-Bildschirm und die Bauplattform staubfrei sind. Dazu kannst du ein in Isopropanol getunktes Handtuch verwenden). Jetzt wird das Netzkabel angeschlossen, danach mit der Nivellierung der Z-Achse begonnen. Damit die Z-Achse absteigen kann, musst du zuvor an der Oberseite der Druckplattform mit einem Inbusschlüssel eine Schraube lösen und kannst die Plattform optimieren. Danach wird die Schraube wieder angezogen und ein Blatt Papier auf die Oberfläche der Druckkammer gelegt. Mit den Abstandsreglern wird die Plattform abgesenkt, bis beim Hin- und Herziehen des Papierblattes ein Widerstand zu spüren ist.

Bei der Nivellierung musst du darauf achten, dass die Plattform keine Neigung aufweist, da sonst die Druckqualität darunter leidet.

Nachdem die Z-Achse auf 0 gesetzt wurde, sollte das UV-LCD einem Funktionstest unterzogen werden. Zuletzt gilt es, den Harzbehälter wieder einzusetzen und die verstellbaren Muttern festzuziehen. Jetzt wird das Harz in die Wanne gegossen, sodass das unterste Drittel der Wanne gefüllt ist. Nun kannst du mit dem ersten 3D Druck beginnen.

Achtung: Sowohl das Resin als auch das Isopropanol sollten kindersicher aufbewahrt werden.

Bewertung des Anycubic Photon – Was sagen die anderen?

Genau wie alle anderen 3D Drucker auch hat der Anycubic Photon einige Vor- und Nachteile, die wir hier kurz erwähnen wollen.

Vorteile

  • Im Vergleich zu anderen SLA/DLP 3D Druckern ist er in der Anschaffung sehr günstig.
  • Fertigt qualitativ hochwertige Drucke und erreicht dabei eine Auflösung von 25 bis 100 Mikron.
  • Einfach einzurichten und zu bedienen.
  • Dieser Desktop DLP 3D Drucker benötigt nur eine geringe Standfläche. Er sollte allerdings in einem gut belüftbaren Raum aufgestellt werden.
  • Sehr gute Slicer-Software.
  • Umfangreiche Montage- und Reinigungsanleitung.

Nachteile

  • Geringes Bauvolumen von gerade einmal 115 x 65 x 150 mm.
  • Umfangreiche Nachbearbeitung notwendig.
  • Nach jedem Einsatz muss der 3D Drucker gereinigt werden.
  • Nach 2 Tagen Nichtnutzung muss der Resin-Tank geleert und das Harz wieder in die Vorratsflasche eingefüllt werden.
  • Vor dem Herausnehmen des gedruckten Objektes sollten Handschuhe angezogen und der Mundschutz getragen werden. Gleiches gilt auch bei der Nachbehandlung im Isopropanol-Bad.
  • Hohe Anschaffungskosten für das notwendige Resin (ca. 50 Euro pro 500 ml).

Anycubic Photon Ersatzteile

Selbstverständlich sind auch für den Anycubic Photon Ersatzteile erhältlich. So ist es unter anderem möglich, einen neuen Resintank oder eine neue FEP-Folie zu erwerben.

Preis und Verfügbarkeit

Der Anycubic Photon 3D Drucker gehört zweifelsohne zu den günstigsten Modellen, die die SLA/DLP Technologie nutzen. Er wird zu einem Verkaufspreis ab etwa 480 Euro angeboten.

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Fazit

Dieser 3D Drucker wartet zweifelsohne mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Seine Druckergebnisse scheuen keinen Vergleich mit höherpreisigen SLA/DLP 3D Druckern. Von der Qualität her schlagen sie FDM 3D Drucker um Längen. Allerdings ist das Resin in der Anschaffung nicht gerade günstig. Negativ fallen die generell notwendige Nachbearbeitung und die Reinigung des Gerätes nach jedem Einsatz ins Gewicht. Für Anfänger, die bislang noch nicht mit der 3D Druck Technologie vertraut sind, ist er unseres Erachtens nach eher ungeeignet. Wer allerdings schon einige Erfahrungen sammeln konnte, der wird von der Qualität der gedruckten Objekte begeistert sein.