Fakten, Daten, Zahlen (FDZ): Die Bitkom zum 3D-Druck

Die Bitkom hat am 01.03.2017 eine Pressinformation veröffentlicht, die dem 3D-Druck eine rosige Zukunft prophezeit. Wer etwas länger dabei ist und weiß, welche Möglichkeiten sich durch den 3D-Druck bieten, brauchte diese “Bestätigung” der Bitkom eigentlich nicht. Nun ja, was hat die Bitkom so alles erfasst und auf welche Ergebnisse sind sie gekommen? Hier die Daten:

Quelle: PDF-Dokument der Bitkom, welches ihr hier herunterladen könnt. Dabei gehe ich auf interessante oder auffällige Punkte ein.

Haben Sie schon einmal von der Technologie 3D-Druck gehört oder gelesen?

Durch eure gute Arbeit bei euren Verwandten, Bekannten und Freunden habt ihr es hingekriegt, dass immer mehr Menschen von unserer geliebten Technologie erfahren. Insgesamt haben 87% der Befragten angegeben, dass sie von der Existenz des 3D-Drucks wissen. In der Altergruppe der 14- bis 29- Jährigen sind es sogar 94%. Da möchte ich allen da draußen danken, die sich für die Bekanntheit einsetzen und beispielsweise Foren wie die 3D-Druck-Community leiten/besuchen oder zu Veranstaltungen wie Ruhrgebi3D ihre Verwandten und Freunde mitbringen. Das kann nur von Vorteil für uns alle sein, da durch die Bekanntheit sicher die Nachfrage steigt, wodurch auch Geräte für den kleinen Geldbeutel realistischer werden. Wiederum andere Geräte könnten dadurch auch teurer werden, aber die Masse lockt eben mehr Investoren an.

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle: Bitkom

Wie habt ihr vom 3D-Druck erfahren?

Welche der folgenden Einsatzgebiete sind Ihnen bekannt?

Hier hat die Bitkom herausgefunden, ca. 90 % der 3D-Druck kennenden Befragten, den 3D-Druck mit der Architektur in Verbindung bringen. Das liegt in meinen Augen daran, dass in diesem Bereich Modelle zum Tagesgeschäft gehören und dort schon lange nach Lösungen gesucht wurden, um das das mühselige Erstellen der Modelle zu vereinfachen. ca. 75% assoziieren den 3D-Druck mit 3D-“Selfies”. Darunter werden die zumeist in Vollfarbe gedruckten Gipsmodelle von 3D-Scans verstanden. Ich selbst scanne ja mit der Kinect und komme da auch auf gute Ergebnisse (Dazu bald mehr). Diese können sich zumindest in einer Farbe sehen lassen. Theoretisch könnt ihr eure Scans auch an professionelle 3D-Druckanbieter senden, die euch Gipsmodelle drucken können.

Welche Einsatzgebiete interessieren euch am meisten?

Welche Materialien verwenden Sie für 3D-Druck bzw. würden Sie gerne verwenden?

An den Ergebnissen zu dieser Frage interessiert mich am meisten der zweite Teil der Frage. Welche aktuell genutzt werden bzw. können, sollten dem gemeinen Leser bekannt sein. Hier sind 86% der Befragten jeweils an 3D-Druck mit Kunststoff sowie Metallen interessiert. Ich denke mal, dass unter “Kunststoff” auch alle Materialien verstanden werden, die durch einen Materialmix entstanden sind – wie WoodFill. Ich selbst würde liebend gerne mit Metallen und Keramik drucken. Gerne würde ich mir mal eine eigene Tasse o.ä. drucken.

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle:Bitkom

Was wären denn eure Wunschmaterialien?

Welche der folgenden Möglichkeiten, einen 3D-Druck anzufertigen bzw. anfertigen zu lassen, kennen Sie?

Das Ergebnis dieser Frage hat mich ein wenig enttäuscht, aber auch deutlich gemacht, dass wir noch einiges zu tun haben. Es geht in erster Linie darum, dass Fablabs oder 3D-Labore an Universitäten nur ca. 30% der Befragten bekannt sind. Für mich heißt das, dass auch die Fablabs selbst öfter in die Öffentlichkeit treten sollten, um sich bekannter zu machen. Das könnte die Mitgliederzahlen erhöhen und somit auch die Einnahmen, wodurch wiederum Workshops angeboten oder neue Geräte gekauft werden können. Seid also aktiver und macht mehr Werbung für euer Fablab!

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle: Bitkom

Welchen Preis wären Sie persönlich bereit, für einen 3D-Drucker zu zahlen?

Ja, die gute alte Leier mit dem Geld. Geiz-ist-geil ist leider noch immer in den Köpfen der Menschen. Das überrascht mich nicht: 30% der Befragten wären bereit, für einen 3D-Drucker bis zu 100€ maximal zu bezahlen.

Ja.

Richtig gelesen.

100€.

Einhundert Euro.

Sorry, aber diese Sparte zu bedienen ist vielleicht mal machbar, aber dann bekommt man wieder einen 3D-Drucker, in den man mehr Geld und schlimmer – mehr Zeit – investieren muss, damit der zuverlässig läuft. Ich selbst habe Drucker, die in der Anschaffung relativ günstig waren mit je 350€ bis 400€. Das wären dann auch 34% der Befragten bereit zu zahlen. Jedoch ist die Optimierung der Drucker auch wieder zeitintensiv. Generell möchte ich hier betonen, dass es wenige Drucker gibt, die nahezu “Plug&Print”-fähig sind. Die Ultimaker ab der Baureihe 2 würde ich zum Beispiel am ehesten in diesem Bereich sehen. Die sind dann mit Kaufpreisen ab der 2.000€-Marke natürlich wesentlich teurer und nur was für Menschen, die nebenbei Geld mit einem 3D-Druckservice verdienen. Wenn ihr bereits Erfahrung in der Materie habt oder den Maker in euch zum Leben erwecken möchtet, ist ein selbstgebauter Drucker sicher auch eine gute Alternative.

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle: Bitkom

Was habt ihr für eure Drucker bezahlt und was haltet ihr von den hier aufgezeigten Werten?

Was glauben Sie, wann wird sich 3D-Druck in privaten Haushalten durchsetzen?

Weiterhin ist interessant zu wissen, wann sich der 3D-Druck in privaten Haushalten durchsetzen wird. 42% der Befragten sind der Meinung, dass dies erst 2027 so weit ist. 36% dagegen meinen, dass 2022 das Jahr ist, in dem in privaten Haushalten mehr und mehr 3D-Drucker stehen. Ich war eine Zeit lang skeptisch, dass dies jemals der Fall sein wird. Die Faktoren Zeit, Frust und finanzieller Einsatz zur Optimierung von Druckern waren meine Argumente dafüf. Nicht jeder wird sich die Zeit nehmen, seinen 3D-Drucker optimal einzustellen. Wenn man sich mal in Foren zu Tintenstrahldruckern umschaut, ist dies in dem Bereich noch nicht einmal gegeben. Jedoch habe ich da vielleicht zu eindimensional gedacht. Es gibt nicht nur das von uns allen hauptsächlich genutzte FDM-Verfahren. Bekannte Kickstarter-Projekte geben uns eigentlich einen guten Einblick in die Zukunft.

Der ONO beispielsweise nutzt ein Smartphone als Lichtquelle und härtet ein Harz in einem Behälter schichtweise auf. Sowas in einem größeren Umfang, mit wenigen Möglichkeiten der Individualisierung, könnte schon irgendwann in Haushalten stehen. FDM-Drucker benötigen ein Druckbett, welches nicht immer neu gelevelt werden muss. Material, dass gleichbleibende Qualität liefert und eine einfache Bedienung, die nur bestimmte Variablen zulässt. Zu viele Stellschrauben machen nicht das Leben jedes Nutzers leichter. Wer sich mit Simplify3D befasst, weiß sicher, was ich meine. Vielleicht ist ein geschlossenes System mit perfekt dem jeweiligen 3D-Drucker angepassten Material die Lösung? Trotz allem sollte der Faktor Mensch nicht vernachlässigt werden.

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle: Bitkom

Was glauben Sie, wann wird sich 3D-Druck in der Industrie durchsetzen?

Auf diese Frage antworteten 92% der Befragten, dass sich erst 2022 3D-Drucker in der Industrie durchsetzen werden. Warum “erst”? Wenn man bedenkt, dass es diese Technologie bereits seit knapp 30 Jahren gibt, mögen viele Unternehmen bereits zu lange gewartet zu haben.

Bitkom 3D Druck Verbraucher
Quelle: Bitkom

Letztendlich werden wir warten und schauen müssen.

Welche Technologie setzt sich wo durch?

Wie sieht die Weiterentwicklung der einzelnen Technologien aus?

Wann kann ich wirklich mehrere Materialien (bspw. Metall und Kunststoff) mit einem einzigen Drucker verarbeiten?

 

Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung.

Ihr sicher auch 🙂

 

Beste Grüße