formnext 2017 in Frankfurt – Recap

Seitdem es die formnext gibt und ich mich für das von dir und mir geliebte Thema hier interessiere, waren Besuche auf Messen wie formnext rapidtech/fabcon 3.d Dinge, die ich unbedingt mal machen wollte. Warum? Ganz einfach. Man hat einen Einblick in den professionellen 3D Druck bzw. die additive Fertigung. Man kann ein wenig in die Glaskugel des 3D Drucks gucken. Wie diese aussieht? Ich kann es nur vermuten…

“Jetzt aber” – Das war mein Tschakka-Moment, mit dem ich mich dann für die formnext in diesem Jahr angemeldet habe. Mit dabei waren ein guter Freund und mein Bruder. Vorher schnell mal den Hallenplan gecheckt und entschieden, dass ein Tag ja ausreichen würde, um alle relevanten Stände einfach mal anzugucken und mit einigen Menschen zu reden. Ich kann es ja schonmal vorweg nehmen:

Im nächsten Jahr wollen wir mindestens zwei Tage vor Ort sein 😉

Nun will ich dir einfach mal einige Unternehmen nennen, Fotos zu ihren Ständen zeigen und den kleinen, aber feinen Hit der Messe für meine Begleiter und mich vorstellen.

3devo

3devo ist ein Unternehmen aus den Niederlanden, welches Geräte zur Herstellung von eigenem Filament produziert. Das heißt, dass du beispielsweise Fehldrucke in einem ersten Schritt im SHR3D IT schreddern kannst. Danach kommt das geschredderte Material in einen der NEXT Extruder und in 1,75mm/2,85mm extrudiert. Du kannst aber auch anderes Material nutzen und mal ausprobieren, ob sich das für den 3D Druck eignet.

Zum Shop von 3devo

3devo - Filament selbst erstellen

3dk.berlin

3dk.berlin kennst du sicher schon. Das Unternehmen aus Berlin produziert hochwertiges Filament. Dabei reicht die Produktpalette von PLA über Reinigungsfilament bis hin zu leitfähigem Material. Die Preise sind höher als bei anderen Herstellern. Was jedoch bei 3dk.berlin anders ist, ist die Tatsache, dass sie zum Beispiel für die Verpackung Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen und so einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Wenn du das ebenso unterstützenswert findest, schau dir 3dk.berlins Webseite an. Zudem bietet 3dk.berlin das Material auch auf Amazon* an.

3dk.berlin auf der formnext 2017

bigrep

big + rep = bigrep = verdammt große 3D Drucker
Was kann ich sonst dazu sagen? Hmm…
Bigrep ist ebenfalls aus Berlin und produziert seit mehreren Jahren ihr bekanntestes Produkt den BigRep One mit einem Druckvolumen von 1m³ (1m x 1m x 1m oder in unserem Maßstab 1000 mm x 1000 mm x 1000 mm ;)) Ich habe den Drucker bereits auf der Hannover Messe 2016 gesehen und verfolge das Unternehmen auch schon sehr lange. Wie du weißt, freut es mich sehr, wenn unsere Unternehmen internationale Bekanntheit erlangen. Mehr gibt es auf der bigrep-Webseite.

bigrep one auf der formnext 2017

bigrep 3D gedruckte Beispiele

bigrep one auf der formnext 2017

bigrep Filament auf der formnext 2017

Builder

Das Unternehmen Builder ist aus den Niederlanden und produziert seit geraumer Zeit ebenfalls FDM-Drucker verschiedenster Größen. Neben kleineren Größen wie 210 mm x 210 mm x 200 mm (XYZ) werden 3D Drucker in Größen von 700 mm x 700 mm x 1820 mm (XYZ) angeboten und decken somit eine große Palette ab. Der bekannteste Drucker dürfte der Builder Premium mit der markant roten Gehäusefarbe sein. Auf der formnext waren eher die größeren, aber jüngeren, Geschwister vertreten. Die Ducati auf dem Bild wurde aus mehreren Teilen gedruckt und dann zusammen geklebt. Builder liefert auch nach Deutschland. Zur Webseite? -> Builder

Build3r auf der formnext 2017

3D gedruckte Ducati auf der formnext 2017

FilamentLabs

Ein unscheinbarer Stand hat uns irgendwie in den Bann gezogen. Wir starteten gerade unsere Tour nach einem Abstecher bei unseren Freunden von Ruhrsource und blieben dann sehr lange an diesem Stand stehen.
Warum?
Die von Filament Labs aus Japan präsentierten Filamente waren einfach nur super. Sie haben ein Material mit Memory Effekt. Das heißt, wenn du ein Objekt druckst und erhitzt, dann kannst du es erstmal verbiegen. Keine Sorge, das geht wieder weg.
Erhitzt du das Material nochmals, geht die verbogene Stelle an den Ursprungszustand zurück. Schau dir das Video an.

Das ist mal richtig cool, oder? Das ist der kleine aber feine Hit der Messe, von dem ich sprach 😉

Filament Labs auf der formnext 2017

Filament Labs auf der formnext 2017

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Filkemp

Filkemp ist ebenfalls ein Filamenthersteller und kommt aus Portugal. Was an den Materialien von Filkemp besonders ist, ist die Tatsache, dass das PLA bereits sehr stabil ist und bei schnellen Strapaziertests am Stand einfach nicht brechen wollte.

Filkemp auf der formnext 2017

Formlabs

Den Namen Formlabs hast du sicher schon mal gehört. Vielleicht aus dem Film “Printing the Legend”? Formlabs stellte bis vor Kurzem nur 3D Drucker nach dem SLA (Stereolithografie) Verfahren her und ist seit ungefähr 2011 auf dem Markt tätig. Inzwischen gibt es neben dem Form 2 SLA-Drucker auch SLS Drucker mit dem Namen Fuse 1. Den Form 2 bekommst du ab knapp 3900€ wohingegen der Fuse 1 ab ca. 10.000 € zu haben sein wird.

Formlabs Drucker werden in Deutschland entweder direkt über Formlabs oder über igo3D vertrieben.

Formlabs Form 2 auf der formnext 2017

Formlabs Form 2 auf der formnext 2017

Formlabs Form 2 auf der formnext 2017

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Kühling&Kühling

Kühling&Kühling aus Deutschland produzieren 3D Drucker für besondere Anwendungen. Seit der ersten Stunde bestehen die 3D Drucker aus einem geschlossenen System und können durch den beheizten Innenraum vor allem Materialien wie ABS besser verarbeiten als DIY-Lösungen. Die Zielgruppe sind auch eher Unternehmen als Maker, weswegen es sicherlich viele Abnehmer für diese Geräte geben dürfte. Neben den 3D Druckern selbst wurden auch einige Beispiele von gedrucktem Silikon (siehe drittes Bild) gezeigt. Ich bin gespannt auf die zukünftige Entwicklung.

Kühling&Kühling auf der formnext 2017

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Markforged

Markforged produziert 3D Drucker, die Bauteile für besonders hohe mechanische Ansprüche drucken können. Die gedruckten Objekte können während des Druckvorgangs zum Beispiel mit Kevlar oder Carbon verstärkt werden. Die günstigsten Drucker beginnen bei knapp 4000€, wohingegen diese beispielsweise nicht alle Materialien drucken können.

MarkForged auf der formnext 2017

MarkForged auf der formnext 2017

Tom von toms3dp hat sich einen Markforged Drucker mal näher angeschaut:

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Polymaker

Polymaker ist dir vielleicht bekannt durch den Polysher, der in letzter Zeit häufiger in verschiedenen internationalen Blogs und Youtube Channels zu sehen ist. Der Polysher ist eine kleine Box, in der die Oberfläche der 3D Druck Objekte mittels eines Sprühnebels bedeckt werden. Bei richtiger Anwendung kann eine schöne glatte Oberfläche erzielt werden. Das hierfür nutzbare Material nennt sich PolySmooth und ist nicht mit ABS zu verwechseln.
Neben dem Polysher produziert Polymaker noch eine ganze Palette von interessanten Materialien. Das folgende Bild erinnert an Holzfilamente und es fühlt sich gar so an. Es wurde erklärt, dass für diesen Effekt kleine Kügelchen im Filament vorhanden sind, die beim Extrudieren platzen und somit diesen Holzeffekt aufweisen.

Schaue dir auf Amazon Produkte von Polymaker* an.

Polymaker auf der formnext 2017

Polymaker auf der formnext 2017

Sinterit

Sinterit ist ein Unternehmen aus Polen. Der von Sinterit vorgestellte 3D Drucker nennt sich Lisa (Anlehnung an Apples Lisa? 😉 ) und ist ein SLS-Drucker, der mit knapp 7400€ (iMakr*) in einem relativ humanen Preissegment für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein könnte. Die Drucke haben mich sehr überzeugt und ja, mit dem nötigen Kleingeld auf der hohen Kante würde ich mir diesen oder den nachfolgenden SLS-Drucker kaufen.

Sinterit auf der formnext 2017

Sinterit auf der formnext 2017

Sintratec

Wie bereits erwähnt kommt aus dem Hause Sintratec ebenfalls ein SLS Drucker in demselben Preissegment (ca. 6.000€ bei iMakr*) des Sinterit Lisa. Das schweizer Unternehmen ist bereits einige Jahre auf dem Markt und hat den ersten Drucker per Crowdfunding-Kampagne finanziert. Auf dem ersten Blick habe ich keine allzu großen Unterschiede zwischen den gedruckten Objekten beider Unternehmen feststellen können. Vielleicht kann ich mir das ein oder andere Gerät in der Zukunft mal näher angucken und dir mehr dazu sagen.

Sintratec auf der formnext 2017

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XYZPrinting

XYZPrinting produziert Drucker nach den verschiedensten Verfahren. Während sie im Bereich der SLA-Drucker wachsen, ist ihnen mit dem Da Vinci Color ein Coup gelungen. Dieser hat einen zusätzlichen Druckkopf, der denen von Tintenstrahldruckern ähnelt. Es wird weißes Spezialfilament beim Druck gefärbt und so entstehen mit dem FDM-Verfahren Objekte in Vollfarbe. Mir gefällt die Idee sehr und für 3600€ (bei igo3D* ansehen) ist der Preis auch angesichts der Größe des Druckers gerechtfertigt. Ich finde jedoch, dass die Farben noch ein wenig zu blass rüberkommen. Das wird sich bestimmt mit der Zeit irgendwie lösen lassen. Der Schritt geht in die richtige Richtung. Ich behalte den Da Vinci Color im Auge 😉
XYZPrinting auf der formnext 2017

XYZPrinting auf der formnext 2017

Zortrax

Zortrax oder Ultimaker – das war damals meine Frage. Ich entschied mich eigentlich nur für den Ultimaker, weil dieser die größte Community hatte. Das Unternehmen Zortrax aus Polen produziert nämlich ebenfalls qualitativ hochwertige 3D Drucker, deren Hauptaufgabe es ist, einfach zu funktionieren. Natürlich kann man jeden Drucker etwas besser machen, aber welcher Unternehmer setzt sich hin und versucht einen 3D Drucker zu verbessern, wenn er mit dem Ergebnis zufrieden ist? Da ist die Kosten-/Nutzenrelation nicht mehr gegeben. Der günstigste Drucker aus dem Hause Zortrax ist der M200 mit einem Preis von ca. 2000€. Daneben gibt es noch die Nachfolger M300 und den Inventure. Der Inventure hat im Gegensatz zu den anderen beiden ein geschlossenes System und erlaubt es nur, Filament von Zortrax zu nutzen. Das ist sicherlich auch ein Streitthema, aber wenn er dann auf Knopfdruck läuft und die Ergebnisse nahezu identisch sind, sind sicherlich viele KMU froh, solch einen Drucker zu kaufen.

Schau dir die Zortrax-Drucker bei igo3D* an

Zortrax auf der formnext 2017

Zortrax auf der formnext 2017

Fazit

Ich habe hier mal bewusst die ganzen professionellen Geräte außen vor gelassen. Diese wirst du sicherlich bald auch sehen können, aber dieser Beitrag ist zunächst für den Con- bzw. Prosumer gedacht. In meinen Augen geht die Entwicklung des 3D Drucks mehrere Wege. Zum einen wird es im FDM-Bereich noch mehr Materialien geben und der Einsatz von Multimaterial bzw. -farbe weiter optimiert. Zum anderen werden Geräte der bisher vergleichsweise teuren Verfahren SLA und SLS immer günstiger und ich denke, dass wir besonders im SLS-Bereich noch aus Fernost eine günstige Lösung bekommen werden.

Der Besuch der formnext lohnt sich für jeden, der sich für die Zukunft unserer geliebten Technologie interessiert und mal mit den Profis netzwerken und fachsimpeln möchte. Da sieht man dann nämlich, dass im Gegensatz zur Makerszene die Geschwindigkeit der 3D Drucker eher nebensächlich ist, weil das Ergebnis an sich wichtiger ist.