Interview: Designerin jay_em spricht mit uns über ihren Werdegang

Endlich haben wir unser erstes Szene-Interview! Den Anfang macht Jennifer, die uns mit ihren tollen Designs auf thingiverse aufgefallen ist. Sie erzählt uns von ihrem Hintergrund, von ihren Frust-Momenten im 3D Druck und wie sie an Ideen für ihre Designs kommt. Viel Spaß beim Lesen!

Jennifer M. ist ein Nordlicht und gelernte Tiefdruckerin. Sie studierte Industriedesign auf Diplom und hat neben dem 3D Druck ein ganz besonderes Hobby: Seit 10 Jahren ist sie Stockcar-Fahrerin.

(Klicke auf das Bild, um direkt zu der Download-Seite des jeweiligen Designs zu kommen!)

Unlimited Box System von jay_em
Wie der Name schon sagt, kannst du das „Unlimited Box System“ von jay_em in einer nahezu unendlichen Anzahl an Variationen und Größen nutzen (Bildquelle: jay_em)

Aus ihren Initialen „JM“ leiten sich die Namen ihrer Accounts auf thingiverse und Instagram ab:
Thingiverse: jay_em
Instagram: schayem_3Dprint

Interview mit jay_em:

threedom: Seit wann beschäftigst du dich mit dem Thema Design?

Mit der Theorie des Designs beschäftige ich mich seitdem ich vor der Entscheidung der Berufswahl stand. Jedoch der Wunsch, meine Umwelt um mich herum zu gestalten ist schon seit dem ich denken kann da. Gestaltung und Materialverarbeitung hat mich immer begeistert.

Deshalb galt mein Interesse auch immer schon jeder Art von Werkzeug, dass mir helfen konnte, Material zu bearbeiten. Design heißt für mich, meine Umwelt um mich herum in Frage zu stellen und neu zu erfinden. Das ist seit je her meine Lebenseinstellung.

Wie und wann kamst du zum 3D Druck?

Zum 3D Druck kam ich durch eine Projektarbeit in meinem Industriedesign Studium. Meinen ersten Drucker habe ich mir erst nach meinem Studium gekauft.

Snakeholder von jay_em
Der Snakeholder eignet sich perfekt, um der Unordnung auf dem Schreibtisch ein Ende zu setzen (Bildquelle: jay_em)

Erinnerst du dich an deinen ersten 3D Druck? Was war das?

Ja, sicher – mein erster 3D Druck war ein Streuaufsatz für Glasflaschen.

Welche 3D Drucker nutzt du privat/beruflich?

Momentan den MakerBot Replicator 2 – Dual Extruder. Und dazu baue ich gerade einen Anet A8 zusammen.

Was fasziniert dich am meisten am 3D Druck?

Was mich am meisten fasziniert ist das neuartige Fertigungsverfahren. Es ist kein Jahrhunderte altes Handwerk, das schon bis ins kleinste Detail präzisiert wurde. Man hat jederzeit die Möglichkeit eine ganz neue Technik oder innovative Mechanismus zu entdecken und der Maker-Szene vorzustellen. Alle fangen gerade erst an die Grenzen des 3D Drucks auszuloten und es entstehen unglaublich kreative und gemeinschaftliche Makerszenen, die eine unglaubliche Eigendynamik entwickeln.

Darüber hinaus drucke ich mit dem 3D Drucker das was ich mir vorstellen kann aus und halte es direkt in der Hand und das einzige was mich einschränkt sind die eigenen Fähigkeiten beim Konstruieren, ein zu kleiner Bauraum oder zu wenig Zeit. Auch faszinierend ist die neue Art im 3D Druck zu denken. Durch das Produktionsverfahren muss ich mir bewusst machen, dass ich anders Denken darf. Ich kann zum Beispiel geschlossene Formen ineinander kombinieren, ohne eine Öffnung oder Fügetechnik für den Fertigungsprozess einzuplanen. Ich lerne so, Dinge auf eine neue Art und Weise zu überdenken.

Was frustriert dich am meisten am 3D Druck?

Das Warten! Und noch viel mehr, ein misslungener Druck nach langem Warten!

Hook Cactus von jay_em
„Sommer, Sonne, Kaktus!“ sang einst der ehrenwerte Helge Schneider und jay_em nutzt die Form des Kaktusses, um daraus eine Klammer für Kleidung und andere Dinge im Haushalt zu designen (Bildquelle: jay_em)

Wie kommst du auf neue Ideen für deine Designs?

Die besten Ideen entstehen durch Probleme. Durch eigene im Alltag, aber auch durch die Probleme von Freunden, die mir dann davon erzählen und fragen, ob ich mir dafür etwas einfallen lassen kann.

Welches deiner Designs ist dein Favorit?

Definitiv ist die Green Session ganz weit vorne. Es war zum einen ein zeitintensives Semester-Projekt an der Uni und zum anderen der Grund, weshalb ich zum 3D Druck kam.

Gibt es andere Designer, die du in der 3D Druck Szene verfolgst/bewunderst?

Die gibt es! Oft sind es eher die Maker, bei denen man das Gefühl hat, sie experimentieren mit dem Drucker und dem, was sie ausdrucken. Aber auch die Kombination von verschiedenen Fachgebieten beeindrucken mich. Bei vielen erkennt man eine berufliche Fachrichtung und völlig neue Kombinationen von 3D Druck und anderen Materialien. Manchmal sieht man neue Werkzeugkonstruktionen in denen Details extrem elegant gelöst sind. Das ist erfrischend und inspirierend auch weiter zu machen.

Flexi PenSnake von jay_em
Mit dem Flexi PenSnake kannst du die Stifte nicht nur vertikal, sondern auch horizontal sortieren. Ein wandelbares Design! (Bildquelle: jay_em)

Wir bedanken uns vielmals bei Jenny für das sehr informative Interview!

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Thingiverse: jay_em
Instagram: schayem_3Dprint

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Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit dem 3D Druck - privat und beruflich. Mit threedom möchte ich dir den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten erleichtern und ebenso die Möglichkeit geben, dein Wissen in dem Bereich zu erweitern. Schau dich um und die Ideen kommen dann schon von alleine :)