Manchmal muss man eben Dinge anders machen als bisher. Das erfordert die aktuelle Situation um das Coronavirus von uns. Wir sind nicht mehr nur für uns selbst, sondern auch für unsere alten und kranken Mitmenschen mitverantwortlich. Ich danke zunächst allen Kassierern, Ärzten, Krankenschwestern, LKW-Fahrern und all den anderen Alltagshelden, dass sie sich der Gefahr aussetzen, um unser Leben so „normal“ wie möglich zu ermöglichen.

Wir Maker müssen aber nicht einfach zu Hause sitzen und uns mit Netflix und anderen Dingen den Alltag erträglicher machen. Jeder mit einem 3D-Drucker, mit anderen speziellen Werkzeugen oder auch Fähigkeiten, kann was tun.

Es ist an der Zeit, dass wir zusammenhalten und so gut es geht die weitere Verbreitung des Virus verhindern.

Hier findest du nun mehrere Projekte, Aktionen, Veranstaltungen, Zusammenkünfte etc., die den Kampf angenommen haben.

Kurzer Hinweis: Solltest du irgendwelche Designs anfertigen und sie einfach als „sicher gegen Corona“ o.ä. deklarieren wollen und auf STL-Quellen hochladen, dann nehme davon bitte Abstand. Es kann sein, dass jemand nach Hilfe sucht und dein Design ungetestet mehr Probleme anrichtet als welche zu lösen.

Prusa Research

Schutzmaske (Wird aktuell vom tschechischen Gesundheitsministerium getestet)

Nicht zuletzt seitdem ich eigene Prusa Drucker hier stehen habe, bin ich ein Fan von Josef Prusa und seiner Mannschaft. Er ist ein Open Source Verfechter durch und durch und hat immer wieder gute Ideen, um unsere Szene nach vorne zu bringen. Diesmal hat er nicht nur eine Produktion für Desinfektionsmittel nach WHO-Vorgaben (PDF) in der „Prusa-Fabrik“ gestartet, sondern eine Schutzmaske entwickelt, die aktuell vom tschechischen Gesundheitsministerium getestet wird.

Wenn das „OK“ kommt, wäre das bahnbrechend, denn dann heißt das, dass wir alle diese Masken für unsere Freunde und Familien drucken können und ihnen tatsächlich helfen. Neben den gedruckten Teilen wird noch ein Gummiband sowie 0,5 mm dicke PETG-Folie (zum Beispiel Covestro VIVAK) benötigt.

Update: 24.03.2020

In den letzten Tagen hat Prusa Research eine zweite Version des Face Shield herausgebracht. Diese baut weniger Druck auf die Schläfen auf und ist dabei auch stabiler mit dickeren Wänden. Zudem wurde die Folie weiter vom Gesicht entfernt, um zum Beispiel Schutzbrillen und Masken darunter angenehmer tragen zu können.

Tipp für die Einkaufsliste:

Ich habe mir Gummibänder und PETG-Folien besorgt, die in den nächsten Tagen ankommen dürften.

Da Gummibänder eher zu finden sind als PETG-Folien, klicke auf den folgenden Link zu Modulor, um dir dort die Folien zu bestellen:

Modulor Shop für Folien besuchen

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Zum Prusa Protective Face Shield

Design-Wettbewerb für benötigte nützliche Artikel

Zusätzlich zum eigenen Bestreben, den Menschen zu helfen, möchte Prusa Research von uns, dass wir kreative Lösungen in den folgenden Bereichen erarbeiten:

  • Nützliche Alltagsgegenstände für die Zeit in der Isolation
  • Interaktives Spielzeug
  • Spielzeug zu Bildungszwecken

Es wird explizit hingewiesen, dass keine Schutzprodukte gegen das Virus berücksichtigt werden.

Es gibt insgesamt 3 Original Prusa i3 MK3S zu gewinnen.

Zum Blogartikel über den Wettbewerb

Bundesregierung: WirVSVirus Hackathon

Die Bundesregierung organisiert einen Hackathon vom 20.03.-22.03.

Es werden gemeinsam Herausforderungen definiert und in den 48 Stunden des Hackathons in Teams an Lösungen gearbeitet. Je nach Wissensstand, Erfahrungslevel etc. kannst du beispielsweise Teilnehmer sein oder Mentor. Du musst kein Programmierer oder der größte CAD-Experte sein. Es zählt, dass du dich und deine Ideen mit einbringst, um schnelle Ergebnisse zu erzielen, die uns allen wahrscheinlich helfen werden.

Ich hoffe, dass sich viele anmelden und mitmachen, statt draußen Corona-Parties zu zelebrieren…

Update: 24.03.2020

Einige Projekte werde ich hier die Tage zusammentragen, um dich auf dem Laufenden zu halten.

Zum Wir VS Virus Hackathon

Facebook-Gruppen

Open Source COVID19 Medical Supplies

Bildquelle: Screenshot der FB-Gruppe

Es sind knapp 19.000 Menschen in der Gruppe, die sich daran beteiligen wollen, medizinische Geräte zu produzieren, die für alle zugänglich sein sollen. Wie eingangs erwähnt, sollte man aber aufpassen, was man den Menschen zur Verfügung stellt und inwieweit die eigenen Designs tatsächlich helfen. Es sind auch Experten in der Gruppe, die beruflich mit der Entwicklung von solchen Produkten zu tun haben. Wenn du dich mit diesen Menschen zusammen tust, sollte dabei auch was nützliches rauskommen.

Am 18.03.2020 wurde die erste Version des Open Source Medical Supplies Guide mit Tipps & Tricks veröffentlicht. Du findest den Link zum Guide im angepinnten Beitrag der Gruppe.

Open Source COVID19 Medical Supplies

Bisherige Lösungen aus dem 3D Druckbereich

Du hast wahrscheinlich schon einige Artikel zum Einsatz des 3D Drucks im Zusammenhang mit dem Virus gelesen. Falls nicht, möchte ich dich kurz abholen:

Hands-Free Türöffner von Materialise

Materilise Manufacturing hat ein Upgrade für Türgriffe entworfen, welches dazu dient, dass man von nun an Türen nicht mit der Hand, sondern mit dem Unterarm öffnen kann. Die 3D Druck Modelle dazu findest du hinter dem nächsten blauen Button 😉

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Zum Hands-Free Türöffner von Materialise

Türöffner von Eldar

Der User Eldar hat auf PrusaPrinters einen Türöffner hochgeladen, mit dem du alle Türgriffe herunterdrücken und auch Kartenlesegeräte bedienen kannst. Ich werde meine in der Familie und Nachbarschaft verteilen, indem ich die Türöffner in kleine Tüten packe. Desinfizieren sollten sie die Teile dennoch und das Händewaschen fällt ja nicht weg.

Jede kleine Vermeidung einer möglichen Ansteckung hilft. Danke Eldar!

Zum Türöffner von Eldar

3D gedruckte Mundstücke in Italien

Bildquelle: Cristian Fracassi

Cristian Fracassi, CEO des Ingenieurbüros Isinnova aus Brescia, nutzte den 3D-Druck, um die Anforderungen des Krankenhauses in Brescia zu erfüllen und dabei einige Patientenleben zu retten. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Maschinenhersteller Lonati konnten sie 100 Mundstücke für Beatmungsmaschinen in 24 Stunden herstellen.

Aktuell haben sie jedoch Probleme mit der Firma, die die Mundstücke patentiert hat. Sie könnten verklagt werden, aber nehmen das gerne in Kauf. Zudem sollten diese Mundstücke nur unter den besten Hygienestandards (auch im 3D Druck) hergestellt werden.

Zum BBC Artikel über die Mundstücke

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Und:

Bitte pass auf dich und deine Liebsten auf.

Gemeinsam schaffen wir das!

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Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit dem 3D Druck - privat und beruflich. Mit threedom möchte ich dir den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten erleichtern und ebenso die Möglichkeit geben, dein Wissen in dem Bereich zu erweitern. Schau dich um und die Ideen kommen dann schon von alleine :)

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