Wenn du weitere Beispiele brauchst, um die Tauglichkeit unserer lieben Technologie aufzuzeigen, dann erzähle den Kritikern doch von Porsche. Die nutzen die 3D Druck Technik nämlich, um Ersatzteile für Oldtimer zu produzieren.

Das ist auch kein Wunder. Denn die 3D Druck Technik erlaubt es Unternehmen, benötigte Objekte auf Abruf zu produzieren. Das heißt unter anderem, dass hohe Lagerkosten reduziert werden. Autohersteller halten Ersatzteile nach dem Auslaufen ihrer Modelle zehn oder gar mehr Jahre vor.

Für. Jedes. Modell.

Was aber, wenn diese Zeit abgelaufen ist und es gar keine Ersatzteile mehr gibt? 3D Druck ist die Lösung!

Bisher hat Porsche im Porsche Classic Programm den Großteil der 52.000 Teile mit Originalwerkzeugen reproduziert. Das heißt also, dass nicht nur die Ersatzteile, sondern auch die jeweiligen Werkzeuge gelagert werden und somit Kosten verursachen. Zudem kann es auch vorkommen, dass manche Werkzeuge nicht mehr die nötigen Fertigungstoleranzen erfüllen und somit neu hergestellt werden müssen. Bei einer riesigen Anzahl an Autos würde sich das ja noch rentieren, aber nicht bei einigen Oldtimern, deren Eigentümer hin und wieder mal Ersatzteile benötigen.

Der 3D Druck kommt zur Hilfe

Wie du bereits weißt, sind 3D Drucker in der Industrie in der Lage, eine hohe Qualität zu sinkenden Kosten zu produzieren – und das ohne den Einsatz von Werkzeugen wie beim Grauguss. Am Beispiel des Porsche 959 zeigen sich diese Vorteile abermals. Beispielsweise ist der Ausrückhebel für die Kupplung des Fahrzeugs nicht mehr lieferbar. Bei einer Grauguss Produktion ist das Erreichen einer hohen Qualität an eine optimale Prozessischerheit gekoppelt. Die Kosten sind enorm, zumal das Fahrzeug selbst nur 292 Mal hergestellt wurde und somit die Nachfrage nach Ersatzteilen nicht unbedingt sehr hoch sein dürfte.

Hier setzt Porsche auf das Verfahren des selektiven Laserschmelzens (SLM). Ein Laser schmilzt punktgenau pulverförmigen Werkzeugstahl auf und erzeugt so Schicht für Schicht das gewünschte Ersatzteil. Bei umfangreichen Tests wie der Druckprüfung mit einer Belastung von ca. 3 Tonnen und einer anschließenden Untersuchung wurden keine Probleme festgestellt. Zudem erfolgten Praxistests mit einem Versuchsfahrzeug, wo wiederum die Qualität und Funktion des 3D gedruckten Bauteils nachgewiesen wurden.

Ausweitung des Einsatzes der 3D Druck Technologie

Aus Basis dieser guten Ergebnisse fertigt Porsche aktuell acht weitere Teile mithilfe der 3D Druck Technologie. Dabei setzen sie für Stahlteile auf das SLM Verfahren und im Bereich der Kunststoffe auf das verwandte Verfahren SLS (Selektives Lasersintern).  Alle produzierten Teile unterliegen zwar den Qualitätsanforderungen der usprünglichen Herstellung, erfüllen aber weitaus höhere Anforderungen.

Das Porsche Classic Programm könnte auf weitere 20 Bauteile im Laufe der Zeit ausgeweitet werden. Sind die Daten des Ersatzteils einmal 3D gescannt oder per CAD-Software als 3D Modell reproduziert, benötigen sie nur den Platz auf Festplatten und erzeugen somit keine hohen Lagerkosten. Darüber hinaus sind sie auch nicht der Gefahr von Korrosion ausgeliefert.

Quelle: Porsche Newsroom | Bildquellen: Porsche classics, 2018, Porsche AG