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Was ist 3D Druck?

In diesem Beitrag stelle ich dir den 3D Druck vor. Dabei werde ich nicht nur auf die Geschichte eingehen, sondern auch die einzelnen 3D Druck Verfahren beschreiben. So kannst du dir sicher sein, mit deinem Wissen immer vorne dabei zu sein.

Was ist 3D Druck?

Der 3D Druck wird in der Literatur zu den urformenden Fertigungsverfahren gezählt. Das heißt, dass hierbei aus einem formlosen Stoff ein fester Körper hergestellt wird, welcher eine geometrisch definierte Form besitzt. Beim 3D Druck werden physische Objekte aus digitalen Dateien erzeugt. Diese „digitale Basis“ lässt sich auf mehrere Arten generieren:

  • CAD-Modellierung
  • 3D-Scan
  • 3D-Modellierung

Die auf diese Weise entstandenen Daten können vom 3D Drucker nicht gelesen und 3D gedruckt werden. Dazu wird eine Software benötigt, die die geometrische Form in die Maschinensprache des 3D Druckers „übersetzt“. Diese Software nennt sich Slicer. Ein Slicer zerschneidet ein 3D Objekt in einzelne Scheiben und berechnet auf Basis vorgegebener Einstellungen den Verfahrweg des 3D Druckkopfs (Print Head).

Nun wird beim 3D-Druck durch das schichtweise Auftragen (deswegen sagt man auch additive Fertigung – es wird also was hinzugefügt) von Material aus der digitalen Datei ein fester Körper hergestellt. Das erfolgt je nach verwendeter Technologie unterschiedlich.

Wer war der Erfinder des 3D Drucks?

Wusstest du, dass es den 3D Druck bereits seit über 30 Jahren gibt?

„Wie bitte, was?“

Ja.
Ein Herr Namens Chuck W. Hull, Anfang der 80er Mitarbeiter eines Unternehmens, welches Möbel und Papier mit Kunststoffbeschichtungen versah, war der Erfinder des 3D-Drucks. Er kam auf die Idee, Schicht für Schicht Harz per UV-Licht aushärten zu lassen, um feste Körper zu erzeugen. Das war die Geburtsstunde der Stereolithographie. Die heute bekanntesten Desktopdrucker dieser Art sind die Drucker des Unternehmens FormLabs (bspw. der Form 1 und Form 2).

SLA-1, der erste 3D-Drucker

Ich bin dein Vater Form 1“ – Das ist der erste 3D Drucker namens SLA-1. (Bildquelle: 3dhubs.com)

Wieso dauerte es so lange, bis wir von 3D Druck erfuhren?

Patente waren der Grund dafür, weshalb die Allgemeinheit die 3D Drucktechnologie nicht nutzen konnte. Jedoch lief im Jahr 2009 das Patent für das Fused Deposition Modeling (FDM) Verfahren aus, welches heutzutage als Sinnbild für 3D Druck gilt. Vor allem in den Medien wird fast immer nur dieses Verfahren gezeigt, wenn es um den 3D-Druck geht. Das Auslaufen des Patentes ermöglichte somit einen günstigen Start in die 3D Druckwelt.

Das bekannte RepRap Projekt trug dazu bei, indem es das Ziel verfolgte, eine Maschine zu bauen, die sich selbst replizieren kann. Unternehmen wie Ultimaker und MakerBot bildeten sich aus ehemaligen Makergruppen und so passierte es, dass Maschinen, die vor wenigen Jahren noch Hundertausende von Euro kosteten, nur noch für einen Bruchteil dessen zu erwerben waren. Der Endkundenmarkt für 3D Drucker war geboren.

Welche 3D Druck Verfahren gibt es?

Vom bekannten Desktopdrucker, der Kunststoff schmilzt und auf ein Druckbett legt bis hin zu industriellen Druckern, die selektiv per Laser Pulver schmelzen, ist alles vorhanden. Die Druckdauer variiert hierbei auf Basis der Technologie, der Objektgröße, der Nachbearbeitung von einigen Minuten bis hin zu Tagen bei sehr großen Objekten, die mit einer sehr hohen Auflösung gedruckt werden.
Die zum Einsatz kommenden Materialien sind dabei ebenfalls von der jeweils gewählten Technologie abhängig. Von Kunststoff, über Metalle bis hin zu Material auf Gipsbasis ist alles vorhanden mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen. Nicht jeder Drucker kann jedes Material verarbeiten.

Die bekanntesten 3D-Druckverfahren sind unter anderem:

  • Fused Deposition Modeling (FDM)
  • Stereolithografie (SLA)
  • Selektives Laser Sintern (SLS – Selective Laser Sintering)
  • Pulver-Binder-Verfahren / Binder Jetting
  • Poly Jet/ Material Jetting
  • Selektives Laser Schmelzen (SLM – Selective Laser Melting)

Fused Deposition Modeling (FDM Verfahren)


Das Fused Despotion Modeling, kurz FDM, ist wohl das bekannteste 3D Druck Verfahren. In der Öffentlichkeit wird der Begriff 3D Druck mit diesem Verfahren gleichgestezt, weil in den einschlägigen Medien auch häufig nur das FDM-Verfahren gezeigt wird. Beim FDM Verfahren wird das Material – hier Filament genannt – von einer Spule abgerollt und in den Druckkopf (Hotend) des 3D Druckers hineingeschoben. Dieser Druckkopf besteht aus einer Düse, aus der das Material heraus extrudiert wird.

Im Prinzip ähnelt das Verfahren der Nutzung einer Heißklebepistole.

Das geschmolzene Material wird auf ein zumeist beheiztes Druckbett (auch Heizbett/Heatbed genannt) aufgetragen.Es ist beim FDM Verfahren sehr wichtig, dass die erste Schicht perfekt haftet. Nichts ist schlimmer, als nach einer Nacht zum 3D Drucker zu gehen und zu entdecken, dass sich das Druckobjekt vom Heizbett gelöst hat. (Ich nutze seit geraumer Zeit Pertinaxplatten als Dauerdruckplatten ein und habe seitdem keine Probleme mehr mit diesem Phänomen.) Das Filament wird also aufgetragen und kühlt sich im Verlauf des Drucks so ab, dass sie sich mit der nächsten Schicht verbindet, aber nicht komplett verschmilzt. So wird die Nutzung eines Bauteilelüfters beispielsweise bei PLA fast immer bevorzugt, da die Umgebungstemperatur nicht ausreicht, um das Material entsprechend zu kühlen.
Der Materialmarkt für das FDM Verfahren wächst durch die große Popularität des Verfahens stetig und ermöglicht es dir und mir, das beste Material für das gewünschte Ergebnis einzusetzen. Die Materialauswahl reicht von PLA, ABS, Nylon, PETG bis hin zu exotischen Lösungen mit beigesetztem Carbon, Kupfer, Holz oder auch Stahl.
Das Fused Deposition Modeling gilt als das kostengünstigste Verfahren und bietet schnelle Ergebnisse im Rapid Prototyping an. Für Endprodukte eignet sich dieses Verfahren nur dann, wenn eine entsprechende Nachbearbeitung erfolgt, um die sichtbaren Schichten zu glätten. Für mechanisch beanspruchte Objekte eignet es sich besonders dann, wenn neben dem Material auch die Druckrichtung und somit die Richtung der Schichten mit in die Betrachtung einfließen.
Es werden immer mehr Lösungen angeboten, mit denen die Nutzung von mehreren Farben bzw. Materialien gleichzeitig ermöglicht wird. Ich bin gespannt, was uns dort noch erwartet.

Möchtest du einen FDM 3D Drucker kaufen? Dann schaue dir doch den Beitrag 3D Drucker Bausatz kaufen – Welche gibt es? An oder gehe direkt zum Testbericht meines aktuellen Lieblings “Creality CR 10”.

Stereolithografie (SLA Verfahren) / Digital Light Processing (DLP Verfahren)


Sowohl das Stereolithografie Verfahen (SLA) als auch das Digital Light Processing (DLP) erzeugen 3D Druckobjekte aus einem flüssigen (Photopolymer-)Harz, indem sie eine Lichtquelle verwenden, um das flüssige Material zu verfestigen.

Um ein 3D Druckobjekt zu erstellen, wird eine Bauplattform in einen transluzenten Tank mit flüssigem Harz getaucht. Sobald die Bauplattform untergetaucht ist, bildet ein Licht jede Schicht des Objekts durch den Boden des Tanks ab und verfestigt so das Material. Nachdem die Schicht durch die Lichtquelle verfestigt wurde, hebt sich die Plattform hoch und lässt eine neue Harzschicht unter dem Objekt wieder fließen. Dieser Vorgang wird Schicht für Schicht wiederholt, bis das gewünschte 3D Objekt fertiggestellt ist. Es gibt aktuell zwei gängige Methoden, die sich nach der Lichtquelle unterscheiden:

SLA verwendet einen Laser, während DLP einen Projektor nutzt.

SLA & DLP 3D-Drucker produzieren hochpräzise Teile mit glatter Oberfläche und werden häufig für hochdetaillierte Skulpturen, Schmuckformen und Prototypen verwendet. Wegen ihres relativ kleinen Bauraums eignen sie sich nicht für Großprojekte.

Der derzeit wohl bekannteste SLA Drucker ist der Formlabs Form 2, welchen du für knapp 3600€ bei igo3D bestellen kannst. Er ist sicherlich eher für Prosumer und Unternehmen geeignet.
Wenn du dennoch in den Genuss von hochauflösenden Drucken kommen möchtest, empfiehlt sich der DLP 3D Drucker Wanhao Duplicator 7 hierfür, dessen Preis inkl. Versand bei ca. 500€ liegt.

Selektives Lasersintern (SLS Verfahren)


Das Selektive Lasersintern (SLS) nutzt einen Laser, um pulverförmiges Material zu schmelzen und zu verfestigen.
SLS Drucker besitzen zwei Kammern, in denen jeweils eine vertikal bewegliche Plattform vorhanden ist. Die erste Kammer dient sozusagen als Materiallager und in der zweiten Kammer wird der tatsächliche Druckvorgang durchgeführt. Dieser ist ganz einfach erklärt:

Es wird aus der ersten Kammer mithilfe einer Walze Material in die zweite Kammer “gedrückt”. Zu Beginn des Druckprozesses bildet ein Laser die erste Schicht des Objektes im Pulver ab, das das Material selektiv schmilzt – oder sintert. Sobald eine Schicht erstarrt ist, bewegt sich das Druckbett leicht nach unten, während das andere Bett aus dem “Materiallager” sich um die gewählte Layerhöhe nach oben drückt. Die Walze transportiert dann wiederum Material in den Druckraum. Dieser Vorgang wiederholt sich bis das gewünschte Objekt fertig gestellt ist.

SLS wird häufig für die Herstellung von Funktionsprototypen und auch von Endprodukten eingesetzt. Der größte Vorteil des Lasersinterns ist die nahezu vollständige Gestaltungsfreiheit. Überschüssiges Pulver dient als Supportmaterial für das 3D Druck Objekt, wodurch komplexe und komplizierte Formen ohne zusätzliche Unterstützung hergestellt werden können. Jedoch benötigen die gedruckten Objekte eine gewisse Abkühlzeit nach dem Druckvorgang, wodurch die Durchlaufzeiten wiederum erhöht sind.

Zu den Materialien des SLS Verfahrens gehören verschiedene Kunststoffe wie Polyamide (Nylon), Polystyrole und thermoplastische Elastomere.
Das SLS Verfahren galt bis vor einigen Jahren als zu teuer für den Heimanwender. Jedoch sind mit dem Sintratec S1 und dem Sinterit Lisa zwei SLS Drucker erschienen, die mit derzeit ca. 5000€ immerhin in Reichweite gerückt sind.

Es gibt jedoch auch kreative Maker wie Vulcaman aus Dortmund und auch Ruhrgebi3Dler (Yay!), die SLS Drucker selbst gebaut haben, die bereits in der frühen Entwicklungsstufe akzeptable Ergebnisse liefern. Schau dir dazu mal seine englische Anleitung auf Instructables an.

Metalldruck mit SLM/EBM


Das Selektive Laserschmelzen (SLM) und das Elektronenstrahlschmelzen (EBM) sind zwei der bekanntesten 3D-Drucktechnologien für Metalle. Ähnlich dem SLS Verfahren entstehen hier Objekte aus dünnen Schichten pulverförmigen Materials durch selektives Schmelzen mit Hilfe einer Wärmequelle. Die Wärmequelle beim SLM ist ein Hochleistungslaser, wohingegen beim EBM ein Elektronenstrahl zum Einsatz kommt.
Der Aufbau dieser Drucker ähnelt ebenfalls den SLS Druckern. Während des Druckprozesses verteilt die Maschine eine Schicht Metallpulver auf eine Bauplattform, die mit einem Laser (SLM) oder einem Elektronenstrahl (EBM) aufgeschmolzen wird. Die Bauplattform wird anschließend abgesenkt und mit einer neuen Schicht Metallpulver mithilfe einer Walze beschichtet. Dies wird wiederholt, bis das Objekt fertig ist. Im Gegensatz zum SLS Verfahren werden bei SLM und EBM Stütztstrukturen benötigt, die das gedruckte Objekt und die überhängenden Strukturen an der Bauplattform verankern. So wird die Wärme vom geschmolzenen Pulver weg geleitet. Während für den SLM Druck eine sauerstoffarme Umgebnung benötigt wird, findet der EBM Druck im Vakuum statt, um beispielsweise Verformungen vorzubeugen.
SLM und EBM werden im industriellen Bereich eingesetzt und haben dementsprechend ihren Preis. Bei Nachfragen auf der formnext 2017 waren Preise über 100.000 € die Regel.

Wusstest du, dass immer mehr kritische Bauteile mit diesen Verfahren hergestellt werden?

SpaceX setzt den 3D Druck für den Bau von Raketenbauteilen an:

Binder Jetting

Das Binder Jetting, auch Pulver-Binder-Verfahren genannt, ähnelt in der Art und Weise dem SLS Verfahren. Beim Binder Jetting werden ebenfalls zwei Kammern benötigt und das Ausgangsmaterial ist pulverförmig. Um ein Objekt aufzubauen, wird jedoch kein Laser verwendet, sondern ein Bindemittel. Dieses Bindemittel dient dazu, das Pulver an der gewünschten Stelle miteinander zu verbinden.
Es wird Pulver von einer in die andere Kammer verbracht und dort das Bindemittel aufgetragen. Wie beim SLS Verfahren wird per Walze zusätzliches Material hinzugefügt und dann wiederum bearbeitet. So baut sich Schicht für Schicht das 3D Druck Objekt auf. Nach dem Druckvorgang wird das Objekt von überschüssigem Pulver befreit und mit einem Klebstoff beschichtet. Dadurch wird das Objekt fester und widerstandsfähiger gegen Verfärbungen.
Das Binder Jetting Verfahren wird in der Industrie eingesetzt und ermöglicht es, in Vollfarbe (Sandstein) zu drucken. Dadurch ist es ebenfalls möglich, gescannte Menschen, Objekte, Tiere oder ganze Architekturmodelle in Vollfarbe auszudrucken. Die Technologie ist im Gegensatz zu SLS günstiger, da der Druckprozess weniger Energie benötigt. Jedoch sind die gedruckten Objekte nicht so belastbar.

Achtung: Der Begriff 3D Druck bezieht sich in Fachkreisen auf das Pulver-Binder-Verfahren, welches auch als Binder Jetting bekannt ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich aber der Begriff 3D Druck als Synonym für den Oberbegriff „Additive Fertigungsverfahren“ etabliert. Aus dem Grund nutzen wir hier den Begriff 3D-Druck ebenfalls als Oberbegriff. Pulver-Binder-Verfahren bzw. Binder Jetting werden somit hier nicht mit dem Begriff 3D-Druck gleichgesetzt.

Material Jetting (Polyjet / MultiJet Modeling Verfahren)


Wenn du jetzt denkst “Polyjet, kommt mir irgendwie bekannt vor”, dann kommt das nicht von ungefähr. Das Verfahren nennt sich eigentlich Material Jetting und die beiden Konkurrenten Stratasys (PolyJet) und 3DSystems (Multijet Modeling) haben sich verschiedene Namensrechte dazu gesichert. Bei der Technologie wird ähnlich dem heimischen Tintenstrahldruck auf Papier, flüssiges Photopolymer auf eine Bauplattform aufgetragen und im selben Vorgang mit UV-Licht ausgehärtet.

Der Druckkopf spritzt dazu das flüssige Material auf die Bauplattform und die eingebaute UV-Einheit härtet diese aus. Bei Überhängen wird ähnlich dem FDM Verfahren Supportmaterial eingesetzt. Dieses besteht hierbei aus einenm gelartigen Trägermaterial, welches ebenfalls vom Drucker direkt aufgetragen werden kann. Das Supportmaterial ist leicht entfernbar.
Das Material Jetting wird ebenfalls in der Industrie eingesetzt und die Auswahl an diversen Phtopolymeren erlaubt es, dem Endprodukt verschiedene Eigenschaften zu verleihen. Die neuesten Modelle werden mit mehreren Düsen ausgestattet und so können mehrere Materialien miteinander kombiniert werden. Zudem sind hier ebenfalls Vollfarbausdrucke möglich.

Die Auflösung der Material Jetting Drucker geht bis 16 Mikron, was dünner ist als ein menschliches Haar. Die hohe Auflösung ermöglicht es, auch Endprodukte herzustellen.

Die Vorteile des 3D Drucks

Hier findest du die Vorteile des 3D Drucks. Mit denen kannst du sicherlich bei jeder Diskussion punkten und dich für den 3D Druck einsetzen.

Weniger Abfall

Wenn du dir schon einmal angeschaut hast, wie eine Fräse funktioniert, dann kannst du diesen Punkt sicherlich am ehesten nachvollziehen. Das Fräsen ist, wie viele andere konventionelle Fertigungsverfahren subtraktiv. Das heißt, dass beispielsweise mit einem Materialblock begonnen wird und dieser durch schneiden, fräsen, bearbeiten in die gewünschte Form gebracht wird. Bei vielen Produkten entstehen im Rahmen dieser Prozesse viele Abfallprodukte. Natürlich können diese wieder aufgesammelt, geschmolzen…Du verstehst schon, es ist sehr aufwendig.

Schaue dir als Beispiel das folgende Video an:

Der 3D-Druck ist dagegen ein additives Verfahren. Das bedeutet, dass mithilfe des Rohmaterials Schicht für Schicht das gewünschte Objekt erzeugt wird. Es ist nur logisch, dass dann nur soviel Material eingesetzt wird, wie für die Herstellung des jeweiligen Objektes auch nötig ist. Hier können ebenfalls viele Material wieder in den Stoffkreislauf rückgeführt und wieder verwendet werden.

Keine Werkzeugkosten

Beim Spritzgussverfahren wird beispielsweise ein Werkzeug (also die Form, in die der Kunststoff gespritzt wird) benötigt, welches die anfänglichen Herstellungskosten in die Höhe treibt. Dadurch ist es für das Spritzgießen wichtig, dass direkt tausende Produkte damit hergestellt und auch verkauft werden.

Beim 3D Drucken ist dies aber nicht nötig. Es sind somit keine Vorarbeiten in dem Sinne zu erledigen und auch keine speziellen Werkzeuge herzustellen, um ein komplexes oder einfaches Objekt herzustellen. Dadurch sinken die Fixkosten erheblich, denn ein Werkzeug für das Spritzgießen kann direkt mehrere Tausend Euro kosten.

Hohe Prozessgeschwindigkeit

Wie bereits erwähnt, werden für den 3D Druck keine Werkzeuge benötigt. Diese müssen nicht aufwendig hergestellt werden, was sehr viel Zeit einspart. Zudem sind schnelle Änderungen nicht mal so eben durchführbar. Du bräuchtest für jede kleine Änderung eigentlich ein neues Werkzeug. Aus diesem Grund ist der 3D Druck sehr gut für Produktdesigns, Marktanalysen oder kleine Serien geeignet.

Individuelle Produkte – „Losgröße 1“

Jeder will seine Individualität ausleben, aber im Endeffekt tragen viele ähnliche Klamotten oder haben in ihren Wohnungen und Häusern die ähnlichen Dekoartikel bzw. Möbel. Das liegt daran, dass die Produktion von standardisierten Produkten auf Basis der konventionellen Fertigungsmethoden schneller und günstiger. Wie bereits erwähnt, ist jedoch jede noch so kleine Änderung sehr teuer und zeitaufwändig.

Hier setzt der 3D Druck an. Es ist möglich, für jeden Kunden individuell ein Produkt anzupassen und ihm zur Verfügung zu stellen. Dabei muss das CAD-Modell geändert werden und schon kann die Produktion beginnen.

Komplexe Designs

Der 3D Druck ermöglicht es Konstrukteuren, Maschinenbauern, Produktdesignern etc. Strukturen herzustellen, die bisher so nicht herstellbar waren. Dabei ist es dem 3D Drucker relativ egal, ob er komplexe oder einfache Strukturen herstellt. Die Kosten für komplexe Strukturen aus dem 3D Drucker sind mit einfachen Produktdesigns vergleichbar, die mit traditionellen Methoden hergestellt wurden.

Die Nachteile des 3D Drucks

Auch wenn das hier ein 3D Druck Blog ist, verschließe ich meine Augen nicht, wenn es um die Nachteile der Technologie geht. Es sind gewiss einige vorhanden und manche werden auch in vielen Jahren nicht unbedingt verschwinden.

Hohe Kosten bei großen Stückzahlen

Während die Kosten beim Spritzguss zum Beispiel anfangs sehr hoch sind (siehe oben – Werkzeug), sinken die Stückkosten mit wachsenden Stückzahlen erheblich. So können zehntausende Produkte zu relativ günstigen Stückkosten hergestellt und somit konkurrenzfähig verkauft werden.

Beim 3D Druck sieht die Sache dagegen anders aus. Es ist nämlich egal, ob du eine Vase oder hundert Vasen für deinen Kunden produzierst. Die Kosten pro Stück bleiben für dich gleich, es sei denn, du kaufst so viel Material, dass dir dein Händler Vergünstigungen gibt.

Eingeschränkte Material- bzw. Farbauswahl

Obwohl die Materialauswahl sehr groß ist, kommt diese noch nicht an die Auswahlmöglichkeiten der herkömmlichen Produktmaterialien, Farben und Oberflächenbehandlungen heran. Jedoch gibt es in diesem Bereich eine rasante Entwicklung, die es dir inzwischen ermöglicht, verschiedenste Farben und Materialien auszudrucken. Kaum ein Tag vergeht ohne Produktankündigung eines Herstellers. Hier können du und ich noch sehr gespannt sein.

Genauigkeit

Natürlich ist die Genauigkeit der 3D Druck Objekte super und heutzutage können wir selbst Zuhause sehr genaue Objekte anfertigen. Doch stell dir vor, wir müssten sehr kleine Objekte, präzise und in einer hohen Stückzahl mit gleichbleibender Qualität und Genauigkeit produzieren. Das ist mit manchen Verfahren kaum möglich und wieder anderen sehr aufwendig und teuer.

Begrenzte Stabilität

Der schichtweise Aufbau bedingt, dass die Stabilität von 3D gedruckten Objekten nicht einem Objekt entsprechen kann, das gegossen wurde. Je nachdem, wie die Kräfte auf ein gedrucktes Objekt wirken, wird dieses früher oder später zwischen den Schichten auseinander „brechen“. Es gibt Materialien, bei denen dies immer weniger der Fall ist und das Objekt so bricht wie ein gegossenes Teil. Zudem ist die Reproduzierbarkeit von 3D gedruckten Objekten nicht immer gegeben. Wenn du eine Halterung druckst, die eine Menge aushält – die Datei einem Freund sendest und er sie an einem ähnlichen 3D Drucker ausdruckt – wird er nicht unbedingt genauso glücklich sein wie du. Diese Prozesssicherheit wird in Zukunft verbessert und auch die Stabilität wird mit neuen Materialien und 3D Druck Verfahren zunehmen.

Wie geht es weiter mit dem 3D Druck?

Jährlich werden schätzungsweise 300.000 3D Drucker im Endkundenmarkt verkauft. Wer den Markt etwas verfolgt, weiß, dass diese Zahl sich stetig vergrößert. 3D Hubs geht von einer Verdopplung dieser Zahl pro Jahr aus. Das ist schon eine Ansage. Um durch den Dschungel an verschiedenen Typen der 3D Drucker zu gehen, sind Blogs wie meins ja da.

Der Erfinder des 3D Drucks: Chuck W. Hull

So strahlt nur einer, der was bahnbrechendes erfunden hat: Chuck W. Hull, der Erfinder des 3D Drucks (Bildquelle: industryweek.com)

Was kosten 3D Drucker?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist nicht möglich. Es hängt von den verschiedensten Faktoren ab, wie zum Beispiel vom eingesetzten 3D Druck Verfahren. Günstige FDM 3D Drucker Bausätze gibt es heutzutage bereits ab ca. 100€. Diese werden mit der Zeit auch besser, wobei zu untersuchen ist, ob die Brandgefahr bei diesen Geräten generell höher ist als bei teureren Varianten. Ein Ultimaker 3 kann inzwischen als Prosumer 3D Drucker bewertet werden. Diese werden ab ca. 3500€ gehandelt und bieten neben einer erhöhten Prozesssicherheit auch weitere Features wie den Support durch den Hersteller oder ihren Distributoren in Deutschland.

Stereolithografie 3D Drucker können im Preissegment ab 3600€ eher gefunden werden, wobei im benachbarten DLP Verfahren (Digital Light Processing) heutzutage erste 3D Drucker wie der Wanhao Duplicator 7 auch schon um die 500€ inkl. Versand aus China kosten und auch gute Ergebnisse liefern.

Weitere Informationen werden stetig eingebaut.

Wenn Fragen auftreten, einfach mal melden 😊

 

Über den Autor:

Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit dem 3D Druck - privat und beruflich. Mit threedom möchte ich dir den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten erleichtern und ebenso die Möglichkeit geben, dein Wissen in dem Bereich zu erweitern. Schau dich um und die Ideen kommen dann schon von alleine :)
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