Lasergravierer für Anfänger

Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026
Von: admin

Für den Einstieg passt ein geschlossener Diodenlaser wie der SCULPFUN iCube Ultra: Solange die Haube zu ist, bleibt der Strahl laut Hersteller im Gerät. Offene Rahmenlaser bieten mehr Fläche, der Strahl liegt aber frei; in den meisten Lasergravierern arbeitet laut Landesregierung NRW ein Laser der Klasse 4. Hier stehen unsere Empfehlungen und was Hersteller und Behörden zu Laserklasse, Schutzbrille, Materialien und Abluft sagen.

  • In den meisten Lasergravierern arbeitet ein Laser der Klasse 4, gefährlich für Auge und Haut, auch reflektiert.
  • Ein geschlossenes Gerät der Klasse 1 schirmt den Strahl nur ab, solange der Deckel zu ist.
  • Bei offenen Geräten trägt jeder im Raum eine Laserschutzbrille nach EN 207 für die Wellenlänge des Lasers; die Hersteller der geschlossenen Geräte verlangen sie in Handbuch oder FAQ ebenfalls.
  • Nie unbeaufsichtigt lasern, Rauch nach draußen leiten und nie PVC, Vinyl, Teflon oder ABS lasern.
  • Diodenlaser schneiden Holz und dunkles Acryl, aber kein klares Acryl; Metall beschriften sie nur eingeschränkt.

Unsere Liste: Lasergravierer für Anfänger im Vergleich

Platz 1 ist der SCULPFUN iCube Ultra: ein kleiner, geschlossener Diodenlaser, den SCULPFUN als Klasse 1 kennzeichnet und der laut Hersteller 10 mm Paulownia-Holz in einem Durchgang schneidet. Unsere Liste enthält geschlossene Geräte, bei denen der Laser hinter einer Abdeckung arbeitet, und offene Rahmenlaser mit größerer Arbeitsfläche, die du nur mit Laserschutzbrille betreibst. Welche Bauart zu dir passt, entscheidest du; was die Hersteller zu Laserklasse, Fläche und Schnittdicke sagen, steht bei jedem Gerät in der Tabelle unten. Die Geräte haben wir nicht selbst getestet.

1
SCULPFUN iCube Ultra 12W
Beste Wahl

SCULPFUN iCube Ultra 12W

Hersteller SCULPFUN
Laser-Typ Diode
Leistung 12 W
Arbeitsfläche 150 x 135 mm
2
Mecpow M1 5W
Preis-LeistungGünstigster der Liste

Mecpow M1 5W

Hersteller Mecpow
Laser-Typ Diode
Leistung 5 W
Arbeitsfläche 100 x 100 mm
3
SCULPFUN E1 12W
Premium

SCULPFUN E1 12W

Hersteller SCULPFUN
Laser-Typ Diode
Leistung 12 W
Arbeitsfläche 400 x 320 mm

Unsere Empfehlungen

Der iCube Ultra graviert auf 150 × 150 mm und bearbeitet laut SCULPFUN Gegenstände bis 80 mm Höhe. Der Mecpow M1 ist mit 100 × 100 mm noch kleiner und der günstigste geschlossene Einstieg, schneidet laut Hersteller aber nur 3 mm Sperrholz. Wer mehr Fläche will und trotzdem ein geschlossenes Gerät sucht, nimmt den SCULPFUN E1 mit 400 × 320 mm. Die offenen Rahmenlaser der Liste bieten 300 × 300 mm und mehr für weniger Geld als der E1, verlangen aber Schutzbrille und einen abgetrennten Arbeitsplatz.

Wie gefährlich ist ein Lasergravierer?

Sehr gefährlich, wenn der Strahl frei liegt. Laut Landesregierung Nordrhein-Westfalen arbeitet in den meisten Lasergravierern ein Laser der Klasse 4. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt Klasse 4 als „immer gefährlich für das Auge und die Haut“, auch im reflektierten Strahl. Die Landesregierung warnte im Dezember 2024 vor Lasergravierern aus dem Onlinehandel: Ein ungeschützter Blick in den Strahl könne nach kürzester Zeit zu bleibenden Augenschäden führen. Bei allen bis dahin untersuchten Geräten fanden die Prüfer Mängel, über 300 Angebote wurden entfernt. Ein sicheres Gerät beschreibt die Landesregierung so: Der Laser ist vollständig geschlossen, und beim Öffnen einer Schutzklappe stoppt er sofort. Schutzscheiben, die unvollständig waren oder sich leicht entfernen ließen, zählte sie zu den Mängeln.

Klasse 1 heißt bei einem Lasergravierer nicht, dass ein schwacher Laser eingebaut ist. Laut Bundesamt für Strahlenschutz gilt die Klasse 1 eines Geräts mit eingebautem stärkeren Laser nur für das ungeöffnete Gerät als Ganzes. Wird die Abschaltung umgangen und der Deckel geöffnet, liegt der stärkere Laser im Gerät frei. Für den privaten Gebrauch dürfen laut Bundesamt für Strahlenschutz nur Laser der Klassen 1, 2 und eine eingeschränkte 3R in Verkehr gebracht werden, gekennzeichnet als Verbraucher-Laser-Produkte. Ob diese Regel auch offene Klasse-4-Gravierer betrifft, sagt keine der zitierten Behörden ausdrücklich; laut NRW sind viele Lasergravurmaschinen im Onlinehandel „auch für Privatpersonen erhältlich“. Longer nennt den RAY5 und ATOMSTACK den A10 Pro V2 im Handbuch Klasse 4.

  • Schutzbrille: Bei offenen Geräten tragen alle im Raum eine Laserschutzbrille nach EN 207, gekennzeichnet mit der Wellenlänge deines Lasers (bei Diodenlasern meist 445 bis 455 nm), der LB-Schutzstufe, der Prüfstelle und dem CE-Zeichen. SCULPFUN, Mecpow und Creality verlangen die Brille in Handbuch oder FAQ auch für ihre geschlossenen Geräte. Auch mit Brille schaust du nie in den Strahl; laut Unfallversicherung schützt sie nur vor unbeabsichtigter Bestrahlung. Das Regierungspräsidium Tübingen ließ 2022 und 2023 billige Laserschutzbrillen aus dem Onlinehandel prüfen: Bei 28 von 30 fehlte die beworbene Schutzwirkung.
  • Nie unbeaufsichtigt: SCULPFUN, Creality, ATOMSTACK und Mecpow verlangen in Handbuch oder Sicherheitshinweisen, dass jemand dabei bleibt, solange der Laser arbeitet. Holz und Karton können Feuer fangen; mehrere Hersteller verlangen einen Feuerlöscher in Reichweite.
  • Kinder: SCULPFUN verlangt beim E1 Aufsicht durch Erwachsene für alle unter 18 Jahren. Creality nennt den Falcon A1C ein Gerät für Erwachsene und lässt Kinder unter 10 Jahren gar nicht heran. ATOMSTACK hält den A10 Pro V2 für ungeeignet für Menschen unter 15 Jahren. Mecpow und Longer verlangen Aufsicht, Two Trees will den TTS-10 Pro von Kindern ferngehalten wissen.
  • Rauch: Der Rauch muss nach draußen, siehe unten.

Welcher Lasergravierer passt zu dir?

Ein geschlossenes Gerät passt, wenn der Laser in einer Wohnung mit anderen Menschen läuft. Ein offener Rahmenlaser passt, wenn du einen abgetrennten Raum und eine Brille nach EN 207 für alle Anwesenden hast.

GerätBauartLaserklasse laut HerstellerArbeitsflächeSchneidet laut Hersteller
SCULPFUN iCube Ultra 12Wgeschlossen, Abschaltung bei offener TürKlasse 1150 × 150 mm10 mm Paulownia, ein Durchgang
Mecpow M1 5Wgeschlossen, läuft nur mit geschlossener HaubeKlasse 1 (Laser der Klasse 4 im Gerät)100 × 100 mm3 mm Sperrholz, 5 mm Kiefer
Creality Falcon A1C 10WgeschlossenKlasse 1; mit Drehachse liegt der Laser laut Creality frei150 × 150 mm5 mm Linde, ein Durchgang
SCULPFUN E1 12Wgeschlossen, Abschaltung bei offenem DeckelKlasse 1400 × 320 mm8 mm Holz, ein Durchgang
ATOMSTACK Swift 12Woffen (Rahmenlaser)nicht angegeben300 × 300 mmnur leichte Schnitte, keine Dicke angegeben
SCULPFUN S30 Pro 10Woffen, abnehmbare Laserschutzabdeckungnicht angegeben380 × 385 mmkeine Dicke angegeben
Longer RAY5 10WoffenKlasse 4400 × 400 mm8 mm Linde, ein Durchgang
Mecpow X3S 12Woffen, abnehmbare Schutzabdeckungnicht angegeben360 × 360 mm15 mm Linde in mehreren Durchgängen
ATOMSTACK A10 Pro V2 10WoffenKlasse 4400 × 365 mmHolz bis 12 mm, Durchgänge nicht angegeben
Two Trees TTS-10 Pro 10Woffen, eingebauter Augenschutznicht angegeben300 × 300 mm7 bis 8 mm Sperrholz in 2 bis 3 Durchgängen
Laut Produktseiten und Handbüchern der Hersteller, gelesen im Oktober 2026. „Nicht angegeben“ heißt: Wir haben dazu keine Herstellerangabe gefunden. Es heißt nicht „harmlos“: Bei allen offenen Geräten liegt der Strahl frei.

Mehrere Hersteller widersprechen sich selbst. SCULPFUN nennt den iCube Ultra im selben Text ganz geschlossen und halboffen, schreibt, eine Schutzbrille sei im Betrieb nicht nötig, und legt trotzdem eine bei. Das Handbuch verlangt, immer eine zu tragen, und beschreibt, wie sich die Türabschaltung per Befehl ausschalten lässt. Mecpow wirbt beim M1, eine Brille sei nicht nötig; das Handbuch verbietet den Betrieb ohne. Creality schreibt auf der Produktseite des Falcon A1C, für den Alltag sei keine Brille nötig; die Antworten auf häufige Fragen im Creality-Wiki verlangen eine. Two Trees wirbt beim TTS-10 Pro damit, der eingebaute Augenschutz mache die Brille überflüssig, im Handbuch steht „Please wear goggles“. Im Zweifel gilt das Handbuch.

Was kann ein Lasergravierer für Anfänger gravieren und schneiden?

Holz, Sperrholz, MDF, Leder, Karton, Papier und dunkles Acryl. Alle Geräte der Liste sind Diodenlaser mit blauem Licht um 450 nm. Klares Acryl lässt das blaue Licht durch; weißes und blaues Acryl schneiden sie laut xTool ebenfalls nicht. Metall gravieren Diodenlaser laut Trotec nicht tief; xTool schreibt, blankes Metall lasse sich mit ihnen nur mit Markierspray beschriften. Für Metall gibt es Faser- und Infrarotlaser, wie sie unter den besten Lasercuttern stehen.

Nie lasern: PVC und Vinyl, Kunstleder unbekannter Herkunft, Teflon (PTFE) und ABS. Polycarbonat erlaubt dieses FabLab höchstens 1 mm dick. Laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung entsteht beim Lasern von PVC Chlorwasserstoff, bei PTFE Fluorwasserstoff, bei Polycarbonat Phenol; bei ABS lässt sich die Entstehung krebserzeugender Stoffe laut DGUV nicht ausschließen, und das FabLab der Universität Erlangen-Nürnberg verbietet ABS. Trotec nennt außerdem Leder und Kunstleder mit Chrom(VI) und Kohlefaser. Folie für Aufkleber schneidest du mit einem Schneideplotter, nicht mit dem Laser.

Wie viel Leistung braucht ein Lasergravierer für Anfänger?

Zum Gravieren reichen 5 W optische Leistung wie beim Mecpow M1; mit 10 bis 12 W schneiden laut Hersteller der iCube Ultra, der Falcon A1C, der E1 und der RAY5 5 bis 10 mm Holz in einem Durchgang. Der A10 Pro V2 nennt bis 12 mm Holz, aber nicht in wie vielen Durchgängen; die übrigen Geräte der Liste brauchen dafür mehrere Durchgänge oder nennen keine Dicke. Achte auf die optische Leistung, also das Licht, das am Material ankommt. Die Leistungsaufnahme des Geräts ist ein Vielfaches davon: Creality nennt für den Falcon2 40W eine optische Leistung von 40 W bei höchstens 240 W Leistungsaufnahme, SCULPFUN schreibt zum S30 Pro ausdrücklich, die 10 W seien Lichtleistung, nicht elektrische. Wie dick ein Gerät schneidet, hängt außerdem vom Holz ab: Die Hälfte der Angaben in der Tabelle gilt für weiches Paulownia- oder Lindenholz. Mecpow nennt beim M1 zum Vergleich 3 mm Sperrholz, aber 5 mm Kiefer.

Wohin mit dem Rauch?

Nach draußen. SCULPFUN und Creality legen ihren geschlossenen Geräten einen Abluftschlauch bei, den du durch ein Fenster nach außen führst; mehrere Hersteller verkaufen Luftreiniger als Zubehör. Für Arbeitsplätze verlangt die Unfallversicherung bei Kunststoffen, die krebserzeugende Stoffe freisetzen können, eine Absaugung nach außen statt Umluft. Für dein Zuhause ist das keine Vorschrift, zeigt aber, dass ein Filter die Abluft nach draußen nicht in jedem Fall ersetzt. Eine Luftunterstützung (Air Assist) bläst Luft auf die Schnittstelle; laut Creality gibt es damit weniger Rauch, weniger Flammen und weniger verkohlte Kanten. Woran du eine echte Laserschutzbrille erkennst, welche Luftreiniger und Air-Assist-Sets zu deinem Laser passen und welcher Feuerlöscher und Melder dazugehören, steht auf unserer Seite Lasercutter-Zubehör.

Welche Software brauchst du?

Alle Geräte der Liste arbeiten laut Herstellern mit LightBurn, die meisten auch mit LaserGRBL, viele zusätzlich mit einer eigenen App. LaserGRBL ist kostenlos und läuft laut SCULPFUN nur unter Windows. LightBurn läuft unter Windows und macOS, kostet aber Geld; Two Trees nennt 30 Tage zum Ausprobieren. Für den Anfang reicht die App des Herstellers oder LaserGRBL.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

  • Geschlossen oder offen: Ein geschlossenes Gerät mit Abschaltung bei offenem Deckel hält den Strahl im Gehäuse, solange der Deckel zu ist; die Handbücher verlangen trotzdem eine Schutzbrille. Ein offener Rahmenlaser bietet mehr Fläche fürs Geld, verlangt aber Schutzbrille für alle im Raum.
  • Schutzbrille und Laserklasse im Handbuch: Lies beides im Handbuch nach, nicht nur in der Werbung. Bei vier Geräten der Liste widersprechen Handbuch, Sicherheitshinweise oder Hersteller-FAQ der Werbung bei der Brille.
  • Schutzbrille: mit Kennzeichnung nach EN 207 für die Wellenlänge deines Lasers, nicht irgendeine getönte Brille.
  • Kennzeichnung des Geräts: Die Landesregierung NRW nennt CE-Zeichen, vollständige Herstelleranschrift, deutsche Warnhinweise, deutsche Anleitung und eine beiliegende Konformitätserklärung.
  • Optische Leistung und Schnittdicke: Vergleiche die Lichtleistung und die Schnittdicke in dem Holz, das du verarbeiten willst.
  • Abluft: Prüfe, ob ein Anschluss für den Abluftschlauch da ist und ob dein Arbeitsplatz ein Fenster hat.

Quellen

  • Ein geschlossenes Gerät, das den Laser bei offenem Deckel abschaltet, etwa der SCULPFUN iCube Ultra oder der SCULPFUN E1 mit größerer Fläche. Ein offener Rahmenlaser bietet mehr Fläche fürs Geld, verlangt aber Schutzbrille und einen abgetrennten Arbeitsplatz.

  • Ja, wenn der Strahl frei liegt. Laut Landesregierung NRW arbeitet in den meisten Lasergravierern ein Laser der Klasse 4, der das Auge schon nach kürzester Zeit dauerhaft schädigen kann, auch über Reflexionen. Dazu kommen Brandgefahr und Rauch.

  • Ja. Bei einem offenen Gerät alle im Raum, und auch die Hersteller der geschlossenen Geräte verlangen sie in Handbuch oder FAQ. Die Brille muss nach EN 207 für die Wellenlänge des Lasers gekennzeichnet sein, bei Diodenlasern meist 445 bis 455 nm. Auch mit Brille schaust du nie in den Strahl.

  • Holz, Sperrholz, MDF, Leder, Karton, Papier und dunkles Acryl. Klares Acryl lässt das blaue Licht eines Diodenlasers durch; blankes Metall beschriftet ein Diodenlaser laut xTool nur mit Markierspray.

  • PVC und Vinyl, Teflon (PTFE), ABS, Kunstleder unbekannter Herkunft und Leder mit Chrom(VI). Beim Lasern von PVC entsteht laut Unfallversicherung Chlorwasserstoff, bei PTFE Fluorwasserstoff.

  • Entscheidend sind die optische Leistung und die Schnittdicke, die der Hersteller nennt. Der Mecpow M1 mit 5 W schneidet laut Hersteller 3 mm Sperrholz, der SCULPFUN iCube Ultra mit 12 W 10 mm Paulownia in einem Durchgang.

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