Ist die Düse deines 3D-Stifts wirklich verstopft?
Nicht immer. Oft klemmt das Filament am Antrieb: Das kleine Zahnrad im Stift hat eine Kerbe ins Filament gefressen und kann es nicht mehr schieben. Der Hersteller SCRIB3D beschreibt genau diesen Fall. Beim Filapen beschreibt der Hersteller dagegen einen anderen Fall: Ein Rest steckt in der Spitze. Für den 3Doodler Start+ nennt 3Doodler als häufigste Ursache eines Staus Filament, das ohne abgeschnittenes Ende wieder eingesetzt wurde.
Ein 3D-Stift arbeitet wie der Druckkopf eines 3D-Druckers, nur in deiner Hand: Ein Motor schiebt über Zahnräder festes Filament in eine beheizte Düse, vorn kommt geschmolzener Kunststoff heraus. Ist die Düse zu kalt, kann das Filament nicht fließen. Drückst du weiter auf den Vorschub, dreht der Antrieb an derselben Stelle und frisst sich ein. Unsere Infografik nennt ihn Schneckenschraube. Danach bewegt sich das Filament weder vor noch zurück, und es sieht aus, als wäre die Düse dicht.
Woran liegt es, wenn der 3D-Stift nichts mehr fördert?
Die Hersteller nennen in ihren Anleitungen diese Ursachen:
- Ende nicht abgeschnitten: Ein geschmolzenes oder angekautes Ende verklemmt sich beim nächsten Einführen. SCRIB3D schreibt, ohne abgeschnittenes Ende könne der Stift verstopfen oder nichts mehr fördern.
- Düse noch nicht heiß oder falsche Temperatur: Das Filament schmilzt nicht und der Antrieb frisst sich ein. Bei 3Doodler etwa fördert der PRO mit PLA auf 170 °C und Stufe 1 nur schwer.
- Filament nur halb zurückgezogen: Laut SCRIB3D quillt es dann im Stift auf und verstopft ihn.
- Filament ganz aufgebraucht: Das letzte Stück erreicht der Antrieb nicht mehr. Filapen rät deshalb, 1 bis 3 cm vor dem Ende zu stoppen und den Rest zu entladen.
- Falsches Material: Ein Stift für PCL, etwa der Filapen, verstopft mit PLA oder ABS. Filapen schreibt dazu, die Keramikdüse verstopfe dann irreparabel.
- Sprödes oder schon gedrucktes Filament: 3Doodler rät, brüchiges Filament wegzuwerfen und gedruckten Kunststoff nie wieder einzuführen.
Was tun, wenn der Filapen verstopft ist?
Ob der Filapen kein Filament mehr einzieht oder vorn nichts herauskommt: Filapen hat dafür eine Anleitung, das PDF „PCL-Filamentblockade“. Auf der Seite Download-Bereich steht es unter „PCL-Filament wird nicht mehr eingezogen?“. Der Menüpunkt „Download-Bereich“ führte bei unserem Abruf am 8. Oktober 2026 auf eine leere Seite. Zieht der Stift ein, aber vorn kommt nichts heraus, schreibt Filapen in der FAQ: Der Stift ist nicht defekt.
So beschreibt Filapen das Lösen der Blockade:
- Den Stift vom Strom trennen.
- Die Kappe nach links drehen und abnehmen.
- Die Spitze mit einem schmalen, harten Gegenstand, etwa einem Messer oder einer Schere, vorsichtig nach vorn schieben, bis du sie mit der Hand ganz herausziehen kannst.
- Das festsitzende Stück PCL-Filament aus der Spitze ziehen.
- Die Spitze wieder aufstecken. Achte darauf, dass die Drahtstäbe genau auf die Steckstellen im Stift kommen.
- Die Kappe wieder aufdrehen.
Ist das letzte Stück Filament schon eingezogen, schieb laut Filapen sofort neues PCL nach, solange die Düse noch heiß ist. Hilft die Anleitung nicht, bietet Filapen Hilfe per E-Mail an info@filapen.de an. Hast du PLA verwendet, sollst du dich laut FAQ ebenfalls melden. Ist die Keramikspitze gebrochen, schickt Filapen eine neue, und Ersatzdüsen gibt es im Shop. Sie passen laut Packung zum Filapen VM01. Ob neuere Filapen-Modelle gleich aufgebaut sind, sagen PDF und Shop nicht.
Wichtig beim Filapen: Er verarbeitet nur PCL mit 1,75 mm. Laut dem englischen Teil der Anleitung liegt die Arbeitstemperatur bei 75 bis 85 °C, also weit unter PLA. Und vor jeder Pause oder jedem Farbwechsel musst du das Filament entladen, so steht es in der Anleitung.
So löst du einen Stau bei 3Doodler, SCRIB3D und MYNT3D
Bei Stiften für PLA und ABS gilt zuerst: Stift auf die Temperatur bringen, die der Hersteller für dein Filament nennt, und warten, bis die Anzeige meldet, dass er heiß ist. Dann probierst du der Reihe nach:
- Das Filament mit der Rückwärtstaste herausfahren, das beschädigte Stück abschneiden und mit einem geraden Ende neu einführen. Das raten SCRIB3D und MYNT3D.
- Klemmt das Filament im Antrieb, beim neuen Einführen fest nachdrücken. Für den 3Doodler Start+ empfiehlt der Hersteller, dabei das Filament um 90 Grad zu drehen.
- Beim 3Doodler Create löst du laut 3Doodler die Düse bei heißem, eingeschaltetem Stift mit dem kleinen Schlüssel und schiebst den Reinigungsstab von vorn durch die Spitze, während der Rückwärtslauf läuft.
- Bei MYNT3D kannst du laut Herstellertipps als letzten Schritt die Serviceklappe öffnen und die Düse zum Nachsehen abnehmen.
Hilft das alles nicht, frag beim Hersteller nach, bevor du den Stift aufschraubst. Bei SCRIB3D gilt die Garantie nur, wenn du dich an die Schritte aus Handbuch oder Website hältst.
Was du lieber nicht tun solltest
- Nicht auf die höchste Stufe heizen, um das Filament „durchzuschmelzen“: Die DGUV schreibt in ihrer Information 202-103, Kunststoff solle nur bei der vom Hersteller empfohlenen Temperatur verarbeitet werden, darüber kann er sich zersetzen. Beim 3Doodler Create+ und beim PRO beendet eine falsche Temperatur laut Handbuch die Garantie.
- Die Düse nicht kalt abschrauben und nicht zu fest anziehen, sonst kann sie laut Hersteller brechen. Das steht im Handbuch des 3Doodler Create+. Beim 3Doodler PRO kann das kalte Abschrauben laut Handbuch den Stift beschädigen und die Garantie kosten.
- Filament nicht mit Gewalt hinten herausziehen, außer die Anleitung sagt es so.
- Kein fremdes Material: kein PLA oder ABS in einen PCL-Stift, kein PETG in einen Stift, der dafür nicht freigegeben ist. Keiner der Hersteller, deren Anleitungen wir gelesen haben, gibt PETG frei.
- Nicht mit einer Nadel vorn in der Düse stochern: Diesen Weg nennt keine der gelesenen Herstelleranleitungen. 3Doodler nimmt einen Reinigungsstab bei abgeschraubter Düse, Filapen zieht die Spitze ab.
Wie verhinderst du den nächsten Stau?
- Vor jedem Einführen das Ende gerade abschneiden.
- Nach dem Malen 15 Sekunden warten, bevor du das Filament zurückfährst. Diese Regel nennt 3Doodler für den Start+.
- Vor einer Pause das Filament ganz entladen oder leer malen.
- Kurz vor dem Ende des Filaments stoppen und den Rest entladen, beim Filapen laut Hersteller 1 bis 3 cm vorher.
- Beim Wechsel von PLA auf ABS erst die Temperatur auf ABS stellen und dann laden. Beim Wechsel von ABS auf PLA auf der ABS-Stufe das PLA laden und erst umstellen, wenn PLA vorn herauskommt. So steht es im Handbuch des 3Doodler Create+.
- Nur Filament mit dem Durchmesser verwenden, den der Hersteller nennt: beim Filapen, 3Doodler PRO und Flow 1,75 mm, beim 3Doodler Create+ 3 mm.
Und wenn die Düse deines 3D-Druckers verstopft ist?
Bei einem 3D-Drucker sitzt die Düse in einem anderen Aufbau, und es gelten andere Handgriffe. Dafür haben wir einen eigenen Ratgeber: 3D-Drucker Nozzle verstopft. Wenn du Vorlagen zum Nachmalen suchst, findest du sie unter 3D-Stift-Vorlagen.
Wenn gar nichts mehr hilft: ein neuer 3D-Stift

MYNT3D Professioneller 3D-Druckstift



