Gerade am Anfang hauen dir die Experten viele Begriffe und Programmnamen um die Ohren. Cura ist einer davon, und zwar einer der wichtigsten.
Was ist UltiMaker Cura?
UltiMaker Cura ist ein kostenloser Slicer. Ein Slicer zerlegt dein 3D-Modell in Schichten und schreibt daraus den G-Code, also die Befehle, die dein 3D-Drucker abarbeitet. Cura stammt vom niederländischen Druckerhersteller UltiMaker und ist Open Source unter der Lizenz LGPL-3.0 (Quellcode auf GitHub). Du kannst es mit fast jedem FDM-Drucker nutzen, nicht nur mit Geräten von UltiMaker.
Die aktuelle Version ist Cura 5.13.0 vom 28. Mai 2026 (GitHub). Danach gab es bis Anfang Oktober 2026 nur eine Testfassung von 5.14.
Wo kannst du Cura kostenlos herunterladen?
Auf der Download-Seite von UltiMaker oder direkt bei GitHub, wo UltiMaker die Versionen seit 2016 ablegt. Ein Formular oder eine Anmeldung brauchst du dafür nicht mehr. Für Cura 5.13.0 gibt es diese Dateien:
- Windows: ein Installationsprogramm als
.exe, für Firmen auch als.msi, nur 64 Bit - macOS:
.dmgoder.pkg, je eine Fassung für Macs mit Apple-Chip (ARM64) und mit Intel-Prozessor (X64) - Linux: eine
.AppImage-Datei, nur 64 Bit
Eine 32-Bit-Fassung gibt es nicht mehr. Die letzte 32-Bit-Fassung auf GitHub ist Cura 2.3.1 vom November 2016, nur für Windows; aktuelle Drucker kennt sie nicht. Ältere 64-Bit-Versionen wie Cura 3.6.0 liegen dort ebenfalls.
Wie richtest du Cura beim ersten Start ein?
Beim ersten Start führt dich ein Assistent durch mehrere Seiten, und zwar auf Englisch: Cura startet immer auf Englisch, die Sprache deines Systems übernimmt es nicht. Umstellen kannst du erst danach. Auf diese Seiten kommt es an, in Klammern der deutsche Name:
- Benutzervereinbarung: Mit „Decline and close“ („Ablehnen und schließen“) beendet sich Cura, du musst also zustimmen.
- Nutzungsdaten: Cura sendet anonyme Daten zu deinen Drucken an UltiMaker. Der Assistent fragt nicht, die Einstellung ist an. Wie du sie abschaltest, steht weiter unten.
- UltiMaker-Konto: Das Konto ist freiwillig. Mit „Skip“ („Überspringen“) geht es ohne weiter.
- Drucker hinzufügen: Wähle „Non UltiMaker printer“ („Nicht-UltiMaker-Drucker“) und dann „Add a non-networked printer“ („Einen unvernetzten Drucker hinzufügen“). In der Liste suchst du deinen Hersteller und dein Modell.
Cura bringt in Version 5.13.0 rund 630 Druckerprofile mit, darunter 32 von Creality, 18 von Anycubic, 15 von Sovol und 14 von Elegoo. So haben wir es im Quellcode gezählt; die Liste im Programm kann davon leicht abweichen. Ein Profil für Bambu Lab ist nicht dabei. Für Bambu-Drucker nimmst du besser Bambu Studio oder OrcaSlicer.
Wie stellst du Cura auf Deutsch um?
- Öffne das Menü „Preferences“ und dort „Configure Cura…“. Auf dem Mac drückst du Cmd und Komma oder öffnest das Programmmenü „UltiMaker Cura“ neben dem Apfel.
- Im Reiter „General“ wählst du im Feld „Language“ den Eintrag „Deutsch“.
- Starte Cura neu. Erst dann ist die Oberfläche deutsch.
Das Feld „Language“ bleibt mit Absicht englisch, damit du es auch in einer fremden Sprache wiederfindest. Unter Windows und Linux heißt der Weg danach „Konfiguration“, „Cura konfigurieren…“, Reiter „Allgemein“, nicht im Menü „Einstellungen“. Auf dem Mac öffnest du die Einstellungen weiter mit Cmd und Komma.
Dort schaltest du auch die Nutzungsdaten ab: im Abschnitt „Privatsphäre“ der Haken bei „(Anonyme) Druckinformationen senden“.
Wie bewegst du die Ansicht in Cura?
- Drehen: rechte Maustaste gedrückt halten und ziehen, oder Leertaste und linke Maustaste
- Verschieben: gedrücktes Mausrad, oder Umschalttaste und linke Maustaste
- Zoomen: Mausrad
So steht es im Quellcode der Kamerasteuerung von Cura 5.13.0. Mit der Strg-Taste drehst du die Ansicht nicht, das stand in älteren Anleitungen falsch.
Welche Einstellungen brauchst du für den ersten Druck?
Für den Anfang reicht der Modus „Empfohlen“. Dort wählst du ein Profil und drei Dinge:
- Profil: Bei den meisten Druckern anderer Hersteller wählst du dort nur die „Auflösung“, also die Schichthöhe. Profile wie „Ausgewogen“ oder „Visuell“ bringt Cura vor allem für UltiMaker-Drucker mit.
- Festigkeit: Fülldichte, Füllmuster und die Dicke von Wänden, Boden und Deckel.
- Stützstruktur: Einschalten, wenn dein Modell Überhänge hat.
- Haftung: Eingeschaltet druckt Cura einen Brim oder ein Raft mit, ausgeschaltet nur einen Skirt um das Modell. Was ein Brim bringt, erklärt unser Ratgeber zum Brim.
Mehr Einstellungen siehst du mit „Benutzerdefinierte Anzeige“. Ab Werk zeigt Cura dort nur die Stufe „Basic“. Am schnellsten findest du eine Einstellung über das Suchfeld „Einstellungen durchsuchen“, denn die Suche zeigt auch ausgeblendete. Über das Menü mit den drei Strichen daneben schaltest du die Sichtbarkeit auf „Basic“, „Advanced“, „Expert“ oder „All“.
Welche deutschen Begriffe in Cura sind missverständlich?
Ein paar Stellen sind in der deutschen Fassung von Cura 5.13.0 schief übersetzt. Wenn dich ein Begriff verwirrt, hilft der englische Name:
| Englisch im Original | So steht es in der deutschen Fassung | Gemeint ist |
|---|---|---|
| Infill Density | Nur Mesh-Füllung | Fülldichte, also wie viel Prozent innen gefüllt werden |
| Shell Thickness | Schichtdicke | Dicke von Wänden, Boden und Deckel, nicht die Schichthöhe |
| Slice automatically | Automatisch schneiden | Cura slict nach jeder Änderung von selbst |
| Show Custom | Benutzerdefinierte Anzeige | Wechsel in den Modus mit einzelnen Einstellungen |
Stand: deutsche Übersetzungsdatei von Cura 5.13.0.
Wie slicest du und bringst den Druck auf den Drucker?
- Klick auf „Slice“. Cura slict nur auf Knopfdruck, außer du schaltest das automatische Slicen ein.
- Prüf das Ergebnis im Reiter „Vorschau“ Schicht für Schicht. Dort siehst du auch Druckzeit und Filamentmenge.
- Steckt eine SD-Karte oder ein USB-Stick im Rechner, speicherst du mit „Speichern auf Wechseldatenträger“ und wirfst ihn danach mit „Auswerfen“ aus. Sonst heißt der Knopf „Auf Festplatte speichern“.
- Willst du später weitermachen, sichere dein Projekt im Menü „Datei“ mit „Projekt speichern …“. Cura speichert es als 3MF-Datei mit allen Einstellungen.
Welche Dateien öffnet Cura?
Cura 5.13 öffnet laut Quellcode STL, OBJ und 3MF, außerdem AMF, PLY, X3D und glTF. Aus Bildern wie JPG, PNG, BMP und GIF erzeugt es eine druckbare Form. STEP-Dateien aus CAD-Programmen liest die kostenlose Fassung nicht; UltiMaker liefert dafür ein „Native CAD Plug-in“ für STEP und IGES nur mit Cura Enterprise im Abo (UltiMaker). Mehr dazu im Ratgeber 3D-Dateiformate.
Erweiterungen holst du dir über den „Marktplatz“ oben rechts. In der kostenlosen Fassung brauchst du dafür kein Konto. Nach dem Installieren startest du Cura neu.
Cura oder der Slicer deines Druckerherstellers?
Hat dein Hersteller ein fertiges Profil in seinem eigenen Slicer, ist der für den Start oft der einfachere Weg. Cura lohnt sich, wenn du einen Drucker ohne eigenen Slicer hast, mehrere Drucker verschiedener Hersteller nutzt oder einer Anleitung folgst, die mit Cura arbeitet.
Viele Hersteller bringen heute einen eigenen Slicer mit, und der beruht oft auf OrcaSlicer. Elegoo schreibt: „ElegooSlicer is based on Orca Slicer“ (GitHub). Creality schreibt: „Creality Print is originally forked from Orca Slicer“ (GitHub), Anycubic schreibt, AnycubicSlicerNext sei „developed based on OrcaSlicer“ (GitHub).











