Brim im 3D-Druck: was er ist und wann du ihn brauchst

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026
Von: Sercan Kahraman

Ein Brim ist ein flacher Rand aus einer Schicht, den der Slicer in der ersten Schicht rund um dein Modell druckt, damit es besser haftet und sich an den Ecken seltener hochbiegt. Prusa rät zu mindestens 3 mm Breite. Heben sich bei PLA die Ecken, empfiehlt Bambu Lab 8 bis 10 mm. Hier steht, wann du einen Brim brauchst und wie ihn die Slicer in der Grundeinstellung einstellen.

  • Ein Brim ist ein Rand aus einer Schicht direkt am Modell. Er vergrößert die Haftfläche und hilft gegen Warping.
  • Ein Skirt läuft mit Abstand um das Modell und stabilisiert den Filamentfluss, ein Raft liegt als Gitter unter dem Modell.
  • Brim lohnt sich bei hohen Teilen mit kleiner Grundfläche und bei Filamenten, die stark schrumpfen: PC, PA, ABS, ASA.
  • Breite: Prusa rät zu mindestens 3 mm. Bambu Lab empfiehlt bei PLA mit sich hebenden Ecken 8 bis 10 mm. Cura hat in der Grundeinstellung 8 mm, viele Druckerprofile stellen aber auf Skirt.
  • Brim-Ohren sind kleine Brim-Scheiben nur an den Ecken und sparen Material.
  • Ein Abstand zwischen Brim und Modell erleichtert das Ablösen. Je größer er ist, desto schwächer hält der Brim.

Was ist ein Brim im 3D-Druck?

Ein Brim ist ein flacher Rand aus einer einzigen Schicht, den der Slicer in der ersten Schicht rund um dein Modell druckt, direkt daran anliegend. Er vergrößert die Fläche, mit der das Modell auf dem Druckbett haftet. UltiMaker schreibt, dass sich die Ecken eines Modells mit Brim seltener hochbiegen. Dieses Hochbiegen heißt Warping: Das Material zieht sich beim Abkühlen zusammen und hebt sich an den Ecken vom Bett.

Brim direkt am Objekt und Skirt mit Abstand auf dem Druckbett
Der Unterschied ist gut sichtbar: Der Brim sitzt direkt am Objekt, der Skirt hat Abstand zum Objekt.

Was heißt Brim auf Deutsch?

Rand. So nennen ihn PrusaSlicer und Bambu Studio in der deutschen Fassung, mit Einstellungen wie Randbreite und Randtyp; Bambu Studio sagt stellenweise auch Umrandung. Den Skirt nennen beide Schürze. Cura lässt Brim, Skirt und Raft auf Deutsch meist englisch und spricht von der Breite des Brim-Elements, vereinzelt steht aber auch dort Rand, etwa bei Position des Randes. Das englische Wort brim bedeutet Rand oder Krempe, wie bei einem Hut.

Was ist der Unterschied zwischen Brim, Skirt und Raft?

Der Brim hängt am Modell, der Skirt läuft mit Abstand um das Modell herum, und der Raft liegt als dickes Gitter unter dem Modell.

BrimSkirtRaft
Lagedirekt am Modell, eine Schicht hochLinie mit Abstand um das Modell oder den BrimGitter mit Deckschicht unter dem Modell
Zweckmehr Haftung, weniger WarpingFilamentfluss in der Düse stabilisieren, bevor das Modell beginntwenn die Unterseite nicht ganz flach ist oder schlecht auf dem Bett haftet
Quellen: Prusa, UltiMaker, Cura-Einstellungstexte.

Den Abstand des Skirts setzen die Slicer unterschiedlich: Cura in der Grundeinstellung 3 mm, PrusaSlicer 6 mm, Bambu Studio und OrcaSlicer 2 mm. Gedruckt wird der Skirt ab Werk aber oft gar nicht: Die Profile von Bambu Lab und die aktuellen Prusa-Profile (Core One, MK4, XL) stehen auf 0 Schleifen. Prusas ältere Profile mit Skirt nutzen meist 2 mm.

Raft aus drei Schichten unter einem 3D-Druck
Hier ist ein Beispiel für einen Raft: Ich habe beispielhaft 3 Schichten als Raft genommen, mit einem absichtlich übertriebenen Abstand vom Objekt von 5 mm. Die erste Schicht des Objekts wird auf die letzte Schicht des Rafts gedruckt.

Wann brauchst du einen Brim?

Bei Modellen mit kleiner Auflagefläche und bei Filamenten, die beim Abkühlen stark schrumpfen. Prusa nennt zwei Fälle: hohe Objekte mit kleiner Grundfläche und viele kleine Objekte auf einmal. UltiMaker nennt Materialien mit starker Schrumpfung wie ABS sowie Modelle mit sehr großer Grundfläche oder sehr dünnen Teilen an der Unterseite.

Wie stark ein Filament zum Verziehen neigt, ordnet Bambu Lab so, vom höchsten zum niedrigsten Risiko: PC, PA-CF, PA, ABS, ASA, PETG, PLA. Auch bei PLA hilft ein Brim, wenn sich Ecken heben; Bambu Lab rät dann zusätzlich zu einer höheren Betttemperatur. Bei TPU braucht es laut Bambu Lab meist einen schmaleren Brim.

Die Form zählt ebenfalls: Runde Kanten verziehen sich laut Prusa weniger als scharfe Ecken, das gilt für jedes Filament.

Wie breit sollte ein Brim sein?

Mindestens 3 mm, rät Prusa. Heben sich bei PLA die Ecken, empfiehlt Bambu Lab 8 bis 10 mm. In der Grundeinstellung ist der Brim je nach Slicer unterschiedlich eingestellt:

Slicer (Version)Brim in der GrundeinstellungAbstand Brim zum Modell
Cura 5.13.0an, 8 mm breit (20 Linien); viele Druckerprofile, etwa von Creality, stellen auf Skirt0 mm
PrusaSlicer 2.9.6aus (Breite 0)0 mm im Programm, 0,1 mm in den meisten Prusa-Profilen
Bambu Studio 02.08.02Automatisch; die 5 mm im Profil gelten erst bei einem manuellen Randtyp0 mm im Programm, 0,1 mm in allen Bambu-Profilen
OrcaSlicer 2.4.2Automatisch0 mm im Programm, 0,1 mm in den Grundprofilen
Werte aus dem Quellcode und den mitgelieferten Profilen der Slicer, Stand Oktober 2026.

In Cura stellst du die Breite in Millimetern ein, die Zahl der Linien rechnet Cura daraus; stellst du stattdessen die Linienzahl ein, hat sie Vorrang. Bei Automatisch legen Bambu Studio und OrcaSlicer die Breite selbst fest, je nach Material, Form und Geschwindigkeit, laut Code höchstens 18 mm (die Orca-Hilfe nennt 20 mm). Käme weniger als 5 mm heraus, lassen beide den Brim meist ganz weg. Bambu Lab nennt PC, ABS, PA-CF, PET-CF und PLA-CF als Materialien, bei denen ein breiterer Brim entsteht.

Was sind Brim-Ohren?

Brim-Ohren, englisch Mouse Ears, sind kleine Brim-Scheiben nur an den Ecken des Modells. Sie halten die Ecken fest und brauchen weniger Material als ein voller Brim, schreibt OrcaSlicer. In Bambu Studio stellst du dafür den Randtyp auf Bemalt (englisch Painted) und nutzt das Werkzeug Randohren (Brim Ears). Die Ohren setzt du von Hand, oder du lässt sie automatisch an Ecken setzen, deren Winkel kleiner ist als ein einstellbarer Wert. In OrcaSlicer gibt es dafür den Randtyp Mausohren.

Brim innen oder außen?

Meist außen: In PrusaSlicer und Cura steht die Einstellung ab Werk auf nur außen. Beide bieten daneben nur innen oder beides an. In Cura heißt die Einstellung Position des Randes, mit Nur außen, Nur innen und Überall. Mit Nur außen bekommt laut UltiMaker ein Modell mit Löchern in der ersten Schicht, etwa ein Ring, keinen Brim in den Löchern. Ein innerer Brim ist laut OrcaSlicer schwerer zu entfernen und hält schlechter, versteckt aber die Kante, an der du den Brim abgelöst hast.

Wie entfernst du den Brim?

Meist ziehst du den Brim mit den Fingern ab und nimmst Reste an der Kante mit einem Entgrater weg. Leichter geht es mit einem kleinen Spalt zwischen Brim und Modell. Den stellst du im Slicer ein: in PrusaSlicer als Rand Trennungsspalt, in Bambu Studio als Lücke zwischen Rand und Objekt, in Cura als Abstand zum Brim-Element. Ein größerer Spalt macht das Ablösen leichter, ein kleinerer hält besser, schreibt Bambu Lab. UltiMaker warnt, dass ein Abstand auch die Wirkung des Brims verringert.

Bleibt trotz Abstand 0 ein Spalt, ist laut Bambu Lab meist die Elefantenfußkompensation eingeschaltet. Prusa wendet den Abstand erst nach dieser Kompensation an.

Werkzeug zum Entfernen des Brims

Wann reicht ein Brim nicht?

Bei großen, flachen Teilen aus ABS, ASA oder PC ohne Gehäuse. Sie verziehen sich laut Bambu Lab fast immer. Prusa rät bei ABS ohne Gehäuse zu einem Windschutz (englisch Draft Shield): Das ist ein Skirt, der so hoch gedruckt wird wie das Modell und es vor Luftzug schützt.

Zusätzlich zum Brim kann ein Haftmittel auf der Druckplatte helfen. Für PC und PA gibt es eigene Sorten. Der Magigoo-Klebestift für PA kann mit anderen Filamenten zu stark haften und die Druckplatte beschädigen, schreibt 3D Jake. Hilft das nicht, bleibt ein Gehäuse oder, laut Bambu Lab, ein anderes Filament: PLA, PETG oder deren CF-Sorten.

Haftmittel für die Druckplatte

Quellen

  • Ein flacher Rand aus einer einzigen Schicht, den der Slicer in der ersten Schicht rund um das Modell druckt, direkt daran anliegend. Er vergrößert die Haftfläche auf dem Druckbett, damit sich die Ecken beim Abkühlen seltener hochbiegen.

  • Der Brim hängt direkt am Modell und hält es auf dem Bett. Der Skirt läuft mit Abstand um das Modell herum und dient laut Prusa vor allem dazu, den Filamentfluss in der Düse zu stabilisieren, bevor das Modell beginnt. Den Abstand setzen die Slicer in ihren Grundeinstellungen meist auf 2 bis 3 mm.

  • Prusa rät zu mindestens 3 mm. Heben sich bei PLA die Ecken, empfiehlt Bambu Lab 8 bis 10 mm. Cura hat in der Grundeinstellung einen Brim von 8 mm, viele Druckerprofile wie die von Creality stellen aber auf Skirt. PrusaSlicer hat den Brim ab Werk ausgeschaltet, Bambu Studio und OrcaSlicer bestimmen die Breite automatisch.

  • Bei hohen Objekten mit kleiner Grundfläche, bei vielen kleinen Teilen auf einmal und bei Filamenten, die stark schrumpfen. Bambu Lab ordnet das Risiko so, vom höchsten zum niedrigsten: PC, PA-CF, PA, ABS, ASA, PETG, PLA.

  • Rand. PrusaSlicer und Bambu Studio nennen ihn in der deutschen Fassung so, den Skirt nennt PrusaSlicer Schürze. Cura lässt die Begriffe auf Deutsch meist englisch.

  • Kleine Brim-Scheiben nur an den Ecken des Modells, englisch Mouse Ears. Sie halten die Ecken fest und brauchen weniger Material als ein voller Brim. In Bambu Studio setzt du sie mit dem Werkzeug Randohren, wenn der Randtyp auf Bemalt steht.

Sercan Kahraman

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Sercan Kahraman

Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit 2013 mit dem 3D-Druck. Eine Leidenschaft, die 2016 zur Gründung von threedom führte. Hier schaffst du den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten und vermeidest Fehlkäufe. Im Ratgeber kannst du Stunden verbringen und dein Wissen vertiefen – kostenlos. Viel Spaß! 

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