Autodesk Fusion (360) kostenlos: Wer darf, was fehlt, was es kostet

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026
Von: Sercan Kahraman

Autodesk Fusion, früher Fusion 360, ist für private, nicht kommerzielle Projekte kostenlos, wenn du weniger als 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr hast. Für den 3D-Druck reicht die Gratisfassung meist, sie hat aber Grenzen, etwa 10 bearbeitbare Dokumente. Für Firmen und 3D-Druck-Dienstleister kostet Fusion regulär ab 703 € im Jahr (Stand Oktober 2026).

  • Fusion 360 heißt seit Januar 2024 Autodesk Fusion.
  • Kostenlos ist „Fusion for personal use“: nur privat, nicht kommerziell, unter 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr.
  • Die Gratisfassung: 10 aktive Dokumente, Export unter anderem als STL, STEP und OBJ, ohne Simulation und Cloud-Rendering.
  • Schüler, Studierende und Lehrkräfte bekommen Fusion kostenlos für ein Jahr, verlängerbar.
  • Start-ups zahlen auf Antrag 150 US-Dollar je Nutzer für drei Jahre, Dienstleister sind ausgeschlossen.
  • Vollfassung: ab 703 € im Jahr oder 90 € im Monat.

Nicht immer findest du in den Sammlungen für 3D-Druck-Modelle die richtige Lösung für ein bestimmtes Problem. Es lohnt sich zwar, zuerst nach der Lösung einer anderen Person aus der Community zu suchen. Aber wenn ich einen Griff für den Kühlschrank 3d.333.333 der Marke threedomia brauche, werde ich da nicht fündig, weil nur ich diesen Kühlschrank besitze.

So beginnt bei vielen der erste Schritt in die 3D-Konstruktion: Erst druckst du die Modelle anderer, irgendwann konstruierst du selbst. Autodesk Fusion ist dafür eines der bekanntesten Programme, und für private Projekte gibt es eine kostenlose Fassung. Was sie kann, was sie nicht kann und wer sie nutzen darf, steht hier.

Fusion-Tutorials mit Videos auf threedom

Was ist Autodesk Fusion?

Autodesk Fusion ist ein Programm für Konstruktion (CAD), Berechnung (CAE) und Fertigung (CAM), das deine Daten in der Cloud speichert. Bis Anfang 2024 hieß es Fusion 360. Mit dem Update vom Januar 2024 hat Autodesk die 360 aus dem Namen genommen, in vielen Adressen und Suchanfragen lebt sie weiter.

Für mich als 3D-Druck-Nutzer heißt das: Ich habe ein mächtiges Werkzeug, mit dem ich präzise Teile wie Ersatzteile für den 3D-Drucker oder den Kaffeevollautomaten konstruiere, aber auch einfache Dinge wie Schlüsselanhänger, und sie dann drucke.

Autodesk Fusion mit einer Baugruppe eines 3D-Druckers im Konstruktionsbereich
Eigener Screenshot von threedom, ältere Fassung von Fusion 360

Ist Autodesk Fusion kostenlos?

Ja, für private, nicht kommerzielle Projekte. Dafür gibt es die Fassung „Fusion for personal use“. Autodesk schreibt auf der Produktseite dazu, sie gelte nur für Personen mit weniger als 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr und nicht für den Einsatz im Hauptberuf, in Firmen oder in kommerziellen Schulungen. Wer mehr Umsatz macht oder Fusion kommerziell nutzt, muss laut Autodesk auf ein bezahltes Abo wechseln.

Bei der Laufzeit widerspricht sich Autodesk selbst. Die Produktseite spricht von drei Jahren, der Hilfeartikel zur kostenlosen Lizenz (Stand 5. Oktober 2026) von einem Jahr, das sich automatisch verlängert. Laut Hilfeartikel musst du dich nach Ablauf nicht neu bewerben.

Daneben gibt es eine kostenlose Testversion der Vollfassung für 30 Tage. Danach brauchst du ein Abo oder wechselst auf die Privatfassung, wenn du dafür in Frage kommst.

Was kann die kostenlose Fassung nicht?

Laut Autodesk hat die Privatfassung diese Grenzen:

  • Höchstens 10 aktive, also bearbeitbare Dokumente gleichzeitig.
  • Export als STEP, STL, OBJ, F3D, F3Z, IPT, FBX, SMT, SKP und DXF (DXF nur aus Skizzen). 3MF steht nicht in der Liste.
  • Zeichnungen nur auf einem Blatt und nur zum Drucken.
  • Keine Simulation, kein generatives Design, kein Rendern in der Cloud und keine Erweiterungen.
  • Beim Fräsen nur 2,5 und 3 Achsen, ohne 3+2- und Mehrachsfräsen, ohne Eilgänge und automatischen Werkzeugwechsel.
  • Nutzung nur als installiertes Programm, nicht im Browser. Den Browserzugang gibt es laut Autodesk nur mit kommerzieller oder Bildungslizenz.

Für den 3D-Druck reicht das meist: Konstruieren, als STL exportieren und der Druck mit dem eigenen 3D-Drucker sind enthalten. Die Grenze von 10 Dokumenten merkst du erst bei vielen Projekten gleichzeitig.

Bekommen Schüler, Studierende und Lehrkräfte Fusion kostenlos?

Ja. Laut Autodesk ist Fusion für berechtigte Schüler, Studierende und Lehrkräfte kostenlos, als Abo für ein Jahr, das du verlängern kannst. Schüler und Studierende bekommen einen Platz, Lehrkräfte bis zu 250 Plätze.

Ist Fusion für Start-ups und 3D-Druck-Dienstleister kostenlos?

Nein. Start-ups können ein vergünstigtes Abo beantragen: laut Autodesk 150 US-Dollar je Nutzer für drei Jahre, für bis zu 10 Nutzer. Voraussetzungen sind eine eingetragene Firma, eine eigene Website, eine Mail-Adresse auf der eigenen Domain, kein früheres Fusion-Abo und ein Geschäft, das physische Produkte entwickelt oder herstellt. Ausgeschlossen sind unter anderem Dienstleister, Lohnfertiger, Berater und Makerspaces. Ein 3D-Druck-Service fällt damit nicht darunter und braucht ein reguläres Abo.

Was kostet Autodesk Fusion?

Auf der deutschen Preisseite nennt Autodesk am 8. Oktober 2026 diese Preise je Nutzer. Beim Jahrespreis von 703 € schreibt Autodesk „inkl. geschätzte MwSt.“. Ob die übrigen Preise die MwSt. enthalten, gibt Autodesk nicht an:

FassungPreis laut Autodesk
Autodesk Fusion703 € im Jahr oder 90 € im Monat
Fusion for Manufacturing2.107 € im Jahr
Fusion for Design2.261 € im Jahr

Eine Fassung „Ultimate“, wie sie früher hieß, gibt es nicht mehr. Wer nur 3D-Druck-Teile konstruiert, braucht keine der teureren Fassungen.

Wie lade ich Autodesk Fusion herunter?

Die Privatfassung bekommst du über die Seite „Fusion for personal use“ von Autodesk, du brauchst dafür ein Autodesk-Konto. Fusion läuft laut den Systemvoraussetzungen (Stand 30. September 2026) auf Windows 11 ab Version 23H2 und auf macOS ab Version 14 Sonoma. Auf Linux lässt es sich nicht direkt installieren.

Braucht Fusion dauerhaft eine Internetverbindung?

Nein, aber regelmäßig. Laut Autodesk muss Fusion sich mindestens alle zwei Wochen mit dem Internet verbinden, weil die Daten in der Cloud liegen.

Hast du die Software neu installiert, melde dich zuerst an, bevor du offline arbeiten willst. Wir hatten in einem Workshop mal den Fall, dass ein Teilnehmer Fusion installiert, aber nie gestartet hatte. Vor Ort gab es kein Internet, und wir mussten mit Smartphones als Hotspot aushelfen 😉

Wie kommt mein Modell aus Fusion in den Slicer?

Am einfachsten über den Export als STL, in der englischen Oberfläche unter File, Export oder Save As STL. Die Datei öffnest du dann in deinem Slicer, etwa PrusaSlicer, Bambu Studio oder Cura.

Alternativ schickt Fusion das Modell direkt an ein Programm deiner Wahl. Laut Autodesk gehst du dafür in der englischen Oberfläche auf Utilities, Make, 3D Print, setzt den Haken bei „Send to 3D Print Utility“ und wählst unter Print Utility „Custom“ und dann deinen Slicer. In der deutschen Oberfläche heißen die Menüs entsprechend übersetzt.

Ich habe während meiner Zeit als Hiwi SketchUp benutzt und auch für die ersten 3D-Drucke genommen. Damals musste ich ein Plugin installieren, um STL-Dateien zu exportieren, und mein Slicer kam mit den Dateien oft nicht klar. Mit Fusion hatte ich das nie. Der Export geht einfach, und es kann weitergehen.

Warum ich Fusion nutze

Wenn ich aus eigener Erfahrung sprechen darf, dann zuerst wegen der Bedienung. Andere Programme verstecken wichtige Funktionen tief in Menüs, und entweder suchst du lange oder lernst Tastenkombinationen auswendig. Bei Fusion stehen die wichtigsten Werkzeuge für die Konstruktion mit großen Symbolen oben, und ich sehe sofort, was dahinter liegt. So denke ich über das Projekt nach und nicht über das Programm. Das ist meine persönliche Erfahrung.

Praktisch finde ich außerdem, dass in den bezahlten Fassungen mehrere Personen an einem Projekt arbeiten können, egal ob die eine in Deutschland und die andere in Thailand sitzt. Bei der Privatfassung nennt Autodesk nur ein Datenmanagement für Einzelbenutzer.

Welche kostenlosen Alternativen zu Fusion gibt es?

Wenn dir die Grenzen der Privatfassung zu eng sind, kommen diese Programme in Frage. Brauchst du ein Programm für kommerzielle Arbeit, fällt Onshape Free weg, es ist ebenfalls nur für nicht kommerzielle Nutzung.

ProgrammKostenlos fürHinweis laut Hersteller, Stand 8. Oktober 2026
Tinkercadkostenlos„free, easy-to-use app“ für 3D-Design
FreeCADalle (Open Source)Lizenz LGPL 2.1, Version 1.1.4 vom 28. September 2026
Onshape Freenicht kommerzielle Nutzungalle Dokumente sind öffentlich
Shapr3D FreeGratis-Tarif, kommerzielle Nutzung nicht angegeben2 Projekte, Export als 3MF und STL nur in Basisqualität

Einen größeren Überblick findest du in unserem Vergleich der CAD-Programme.

Wo bekomme ich Hilfe zu Fusion?

Für den Einstieg haben wir Fusion-Tutorials mit Videos. Auf Deutsch gibt es außerdem die private Facebook-Gruppe „Autodesk FUSION Deutschsprachig“. Um dort mitzulesen, fragst du eine Aufnahme an.

  • Ja, für private, nicht kommerzielle Projekte als „Fusion for personal use“. Laut Autodesk gilt das nur für Personen mit weniger als 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr und nicht für den Einsatz im Hauptberuf oder in Firmen. Daneben gibt es eine kostenlose Testversion der Vollfassung für 30 Tage.

  • Sie erlaubt höchstens 10 bearbeitbare Dokumente gleichzeitig, Zeichnungen nur auf einem Blatt und keine Simulation, kein generatives Design und kein Cloud-Rendering. Beim Fräsen fehlen 3+2- und Mehrachsbearbeitung. STL-Export und 3D-Druck sind enthalten.

  • Ausdrücklich sagt Autodesk dazu nichts. Die Privatfassung gilt laut Autodesk nur für private, nicht gewerbliche Projekte und nur für Personen mit weniger als 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr. Wer mehr umsetzt oder Fusion kommerziell nutzt, muss auf ein bezahltes Abo wechseln. Willst du regelmäßig verkaufen, frag vorher bei Autodesk nach.

  • Autodesk nennt zwei Laufzeiten: Die Produktseite spricht von drei Jahren, der Hilfeartikel zur kostenlosen Lizenz (Stand Oktober 2026) von einem Jahr, das sich automatisch verlängert. Neu bewerben musst du dich laut Autodesk nicht.

  • Laut deutscher Preisseite von Autodesk 703 € im Jahr, dort mit „inkl. geschätzte MwSt.“, oder 90 € im Monat je Nutzer, Stand Oktober 2026. Fusion for Manufacturing kostet 2.107 €, Fusion for Design 2.261 € im Jahr.

  • Nein. Laut Autodesk lässt sich Fusion nicht direkt auf Linux installieren, nur auf Windows 11 ab Version 23H2 und macOS ab Version 14. Die Browserfassung gibt es nur mit kommerzieller oder Bildungslizenz.

Sercan Kahraman

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Sercan Kahraman

Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit 2013 mit dem 3D-Druck. Eine Leidenschaft, die 2016 zur Gründung von threedom führte. Hier schaffst du den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten und vermeidest Fehlkäufe. Im Ratgeber kannst du Stunden verbringen und dein Wissen vertiefen – kostenlos. Viel Spaß!