3D-Dateiformate: STL, 3MF, OBJ, STEP und G-Code erklärt

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026
Von: Sercan Kahraman

Für den 3D-Druck brauchst du ein Modell als STL oder 3MF und für einen FDM-Drucker daraus im Slicer G-Code. STL speichert nur die Oberfläche, ohne Einheit und ohne Standard für Farbe; 3MF speichert Einheit, Farben und auf Wunsch die Druckeinstellungen. Hier stehen die gängigen Formate, welcher Slicer sie öffnet und was du aus CAD-Programmen und Blender exportierst.

  • STL: Oberfläche aus Dreiecken, ohne Einheit und ohne Standard für Farbe; von Cura, PrusaSlicer und Bambu Studio lesbar.
  • 3MF: ZIP-Archiv mit Einheit, Farben, Materialien und optional den Einstellungen; von Prusa als bevorzugtes Format genannt.
  • OBJ: Oberfläche plus eigene MTL-Datei für Farben; PrusaSlicer ignoriert Farbe und Textur.
  • STEP: genaue CAD-Flächen; PrusaSlicer und Bambu Studio öffnen STEP direkt, Cura 5.13.0 nicht.
  • G-Code: die Anweisungen für den Drucker; er entsteht im Slicer und passt nur zu dem Drucker, für den du ihn erzeugt hast.

Welches Dateiformat brauchst du für den 3D-Druck?

Für das Modell STL oder 3MF, für einen FDM-Drucker G-Code. Du zeichnest ein Modell in einem CAD-Programm oder 3D-Programm, speicherst es als STL, 3MF oder STEP und öffnest es im Slicer. Der Slicer zerlegt das Modell in Schichten und schreibt daraus G-Code, die Datei, die ein FDM-Drucker tatsächlich abarbeitet. Resin-Drucker bekommen statt G-Code ein eigenes Format, bei PrusaSlicer etwa .sl1.

FormatWofürSpeichertÖffnen die Slicer?
STLModell für den Drucknur die Oberfläche als Dreiecke, keine Einheit, kein Standard für Farbeja (Cura, PrusaSlicer, Bambu Studio)
3MFModell oder ganzes DruckprojektDreiecke, Einheit, Farben, Materialien, im Projekt auch Einstellungenja; 3MF aus Bambu Studio ab Cura 5.11 und PrusaSlicer 2.7.3
OBJModell mit Farbe aus 3D-ProgrammenOberfläche; Farben und Texturen in einer eigenen MTL-Dateija, PrusaSlicer ignoriert Farbe und Textur
STEPKonstruktion aus CAD-Programmengenaue Flächen statt DreieckePrusaSlicer und Bambu Studio ja, Cura nein
AMFAustauschformat für den 3D-DruckDreiecke, Farben, Materialien als XMLja; Prusa rät zu 3MF
G-CodeAnweisungen für den DruckerFahrwege, Temperaturen, Geschwindigkeitenentsteht im Slicer, Vorschau möglich
Quellen: Library of Congress, 3MF-Spezifikation, Prusa, Bambu Lab, Quellcode von Cura 5.13.0, PrusaSlicer 2.9.6 und Bambu Studio 02.08.02; Stand Oktober 2026.

Was ist eine STL-Datei?

Eine STL-Datei beschreibt nur die Oberfläche eines Modells, zerlegt in Dreiecke. 3D Systems hat das Format 1988 in einer eigenen Spezifikation beschrieben. Die Library of Congress führt es als De-facto-Standard des Rapid Prototyping, also des schnellen Modellbaus. STL gibt es als Textdatei (ASCII) und als Binärdatei. Die binäre Fassung ist laut Library of Congress häufiger, weil sie kleiner ist. Sie besteht aus einem Kopf mit 80 Zeichen, der Zahl der Dreiecke und 50 Byte je Dreieck.

STL hat keinen Standard für Farben und Texturen. Es kennt auch keine Einheit: Die Koordinaten sind bloße Zahlen, und PrusaSlicer etwa rechnet intern in Millimetern. Wurde das Modell in Zoll gezeichnet, erscheint es deshalb 25,4-mal zu klein. Ist das Modell sehr klein, fragt PrusaSlicer nach, ob es von Zoll in Millimeter umrechnen soll. Sonst skalierst du es selbst um 2.540 Prozent.

Was ist 3MF, und was kann es mehr als STL?

3MF ist ein Containerformat, das neben dem Modell auch Einheit, Farben, Materialien und auf Wunsch die Druckeinstellungen speichert. Das 3MF Consortium hat die erste Fassung am 29. April 2015 veröffentlicht, die aktuelle Kernspezifikation trägt die Nummer 1.4.0. Technisch ist eine 3MF-Datei ein ZIP-Archiv. Die Einheit steht in der Datei, von Mikrometer bis Meter; ohne Angabe gilt Millimeter.

Slicer speichern ganze Projekte samt Einstellungen als 3MF. Die Spezifikation empfiehlt dafür seit Version 1.4.0 die Endung .project.3mf; PrusaSlicer und Bambu Studio speichern Projekte aber als .3mf. Ärger machten lange die 3MF-Dateien aus Bambu Studio. Es speichert nach der Production Extension des Konsortiums, bei der die Modelldaten in mehreren Dateien des Archivs liegen. PrusaSlicer liest solche Dateien seit Version 2.7.3 (März 2024), Cura seit Version 5.11 (Oktober 2025). Laut Quellcode übernimmt Cura bei einem Objekt aus mehreren Teilen aber nur einen Teil. Öffnet dein Slicer die Datei nicht, aktualisiere ihn. Hilft das nicht, exportiere das Modell in Bambu Studio als STL oder nimm unseren 3MF-zu-STL-Umwandler.

Was ist eine OBJ-Datei?

OBJ speichert die Oberfläche eines Modells und verweist für Farben und Texturen auf eine zweite Datei mit der Endung .mtl. Das Format stammt von Wavefront Technologies und wurde dort um 1990 eingesetzt. Die Library of Congress nannte OBJ 2020 weit verbreitet, besonders für mehrfarbige 3D-Drucke. Fehlt beim Weitergeben die MTL-Datei, sind die Farben weg. PrusaSlicer liest aus OBJ nur die Form: Material und Textur ignoriert er beim Import.

Was ist eine STEP-Datei, und kannst du sie direkt drucken?

STEP ist das genormte Austauschformat für CAD-Konstruktionen (ISO 10303), mit den Endungen .step und .stp. Anders als STL beschreibt STEP Flächen genau statt mit Dreiecken. PrusaSlicer und Bambu Studio öffnen STEP direkt und zerlegen das Modell beim Import in Dreiecke. In Bambu Studio bestimmst du die Feinheit mit den Werten Lineare Ablenkung und Winkelablenkung. Je kleiner sie sind, desto glatter die Oberfläche und desto länger dauern Import und Slicen. Cura 5.13.0 bringt keinen STEP-Leser mit; dort exportierst du aus dem CAD-Programm, etwa FreeCAD oder Fusion 360, STL oder 3MF.

Welches Austauschformat nimmst du zwischen CAD-Programmen?

STEP. Es ist nach ISO 10303 genormt und gilt als Nachfolger von IGES, dessen erster Entwurf laut NIST 1980 erschien. Cura, PrusaSlicer und Bambu Studio öffnen IGES nicht; für den Druck exportierst du aus dem CAD-Programm STEP, STL oder 3MF.

Was ist AMF?

AMF ist ein Dateiformat speziell für den 3D-Druck, das Farben und Materialien als XML speichert. ASTM hat es 2011 als F2915 veröffentlicht, heute gilt die Fassung ISO/ASTM 52915:2020 mit Version 1.2. Cura, PrusaSlicer und Bambu Studio öffnen AMF, Prusa empfiehlt aber ausdrücklich 3MF statt AMF.

Was ist PLY?

PLY ist ein einfaches Format für Polygonmodelle, das vor allem 3D-Scanner ausgeben. Es stammt laut Library of Congress aus dem Computer Graphics Laboratory der Stanford University in den 1990er-Jahren. Cura öffnet PLY, Bambu Studio nur auf dem Mac, PrusaSlicer 2.9.6 nicht.

Was ist G-Code?

G-Code ist die Datei, die ein FDM-Drucker abarbeitet: Fahrwege, Temperaturen und Geschwindigkeiten, Zeile für Zeile. Sie entsteht im Slicer und passt nur zu dem Drucker und dem Filament, für die du sie erzeugt hast. PrusaSlicer schreibt seit Version 2.7.0 ab Werk binären G-Code mit der Endung .bgcode, wenn der Drucker ihn versteht. Laut Prusa ist er im Schnitt etwa 70 Prozent kleiner. Bambu Studio öffnet und speichert G-Code zusätzlich im Format .gcode.3mf.

Welcher Slicer öffnet welches Format?

Alle drei öffnen STL, 3MF, OBJ und AMF. STEP öffnen nur PrusaSlicer und Bambu Studio.

FormatCura 5.13.0PrusaSlicer 2.9.6Bambu Studio 02.08.02
STLjaja, ASCII und binärja
3MFja, aus Bambu Studio seit 5.11 (Objekte aus mehreren Teilen laut Code unvollständig)ja, bevorzugtja
OBJjaja, ohne Farbe und Texturja
STEPneinja, in Dreiecke zerlegtja, in Dreiecke zerlegt
AMFjaja, Prusa rät zu 3MFja
PLYjaneinnur auf dem Mac
glTFjaneinja
DAEnein (Leser im Code, Bibliothek fehlt im Programmpaket)neinnein
FBXneinneinja
G-Codeja, zur Vorschauja, zur Vorschau, auch .bgcodeja, auch .gcode.3mf
Laut Quellcode der genannten Versionen, ergänzt um die Prusa-Wissensdatenbank; Stand Oktober 2026.

Welche Dateiformate kann Blender?

Für den 3D-Druck exportierst du aus Blender STL oder OBJ. Das Handbuch von Blender 5.2 nennt unter Importieren und Exportieren unter anderem STL, Wavefront OBJ, Stanford PLY, FBX, Universal Scene Description (USD) und Alembic. glTF 2.0 kommt über ein mitgeliefertes, ab Werk eingeschaltetes Add-on dazu. 3MF gehört nicht zu diesen Formaten; nachrüsten lässt es sich mit der Erweiterung 3MF Import/Export. Achte beim STL-Export auf die Einheit: Die Datei selbst speichert keine.

Was ist mit FBX, DAE und WRL?

Das sind Formate aus Animations-, Spiele- und 3D-Programmen, keine Druckformate. DAE steht für Digital Asset Exchange und ist die Endung von COLLADA, einem Austauschformat, das die Khronos Group pflegt. WRL ist die Endung von VRML, genormt als ISO/IEC 14772-1:1997. PrusaSlicer 2.9.6 öffnet keines davon, Bambu Studio FBX. Cura 5.13.0 hat im Quellcode zwar einen Leser für DAE. Die Bibliothek, die er dafür braucht, fehlt aber im ausgelieferten Programmpaket. Für den Druck exportierst du aus dem jeweiligen Programm STL oder 3MF.

Quellen

  • Ein FDM-Drucker braucht G-Code, den der Slicer erzeugt; Resin-Drucker bekommen ein eigenes Format, bei PrusaSlicer etwa .sl1. Ins Slicer-Programm lädst du das Modell meist als STL oder 3MF, bei PrusaSlicer und Bambu Studio auch direkt als STEP.

  • STL speichert nur die Oberfläche als Dreiecke, ohne Einheit und ohne Standard für Farbe oder Material. 3MF ist ein ZIP-Archiv, das zusätzlich die Einheit, Farben, Materialien und auf Wunsch die Druckeinstellungen enthält. Prusa nennt 3MF das bevorzugte Format.

  • Weil STL keine Einheit speichert. Wurde das Modell in Zoll gezeichnet, liest PrusaSlicer die Zahlen als Millimeter, und das Modell erscheint 25,4-mal zu klein. Ist es sehr klein, fragt PrusaSlicer nach, ob es umrechnen soll; sonst skalierst du um 2.540 Prozent.

  • In PrusaSlicer und Bambu Studio ja: Beide öffnen STEP und zerlegen das Modell beim Import in Dreiecke. Cura 5.13.0 bringt keinen STEP-Leser mit, dort exportierst du aus dem CAD-Programm STL oder 3MF.

  • Bambu Studio speichert 3MF nach der Production Extension des 3MF Consortiums, bei der die Modelldaten in mehreren Dateien des Archivs liegen. PrusaSlicer liest solche Dateien seit Version 2.7.3 (März 2024), Cura seit Version 5.11 (Oktober 2025), laut Quellcode bei Objekten aus mehreren Teilen aber nur einen Teil. Öffnet dein Slicer die Datei nicht, aktualisiere ihn. Hilft das nicht, exportiere das Modell in Bambu Studio als STL. Eine .gcode.3mf enthält fertigen G-Code für einen Bambu-Drucker und kein Modell zum Bearbeiten.

  • STL oder OBJ. Daneben exportiert Blender laut Handbuch PLY, FBX, glTF 2.0, USD und Alembic. 3MF gehört nicht dazu, lässt sich aber mit der Erweiterung „3MF Import/Export“ nachrüsten. Achte bei STL auf die Einheit, weil die Datei keine speichert.

  • Öffne die 3MF-Datei im Slicer und exportiere das Modell als STL, oder nimm einen Umwandler wie unseren 3MF-zu-STL-Umwandler. Dabei gehen Farben, Einheit und Einstellungen verloren, weil STL sie nicht speichert.

Sercan Kahraman

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Sercan Kahraman

Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit 2013 mit dem 3D-Druck. Eine Leidenschaft, die 2016 zur Gründung von threedom führte. Hier schaffst du den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten und vermeidest Fehlkäufe. Im Ratgeber kannst du Stunden verbringen und dein Wissen vertiefen – kostenlos. Viel Spaß! 

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