FreeCAD 1.2: Große Neuerungen in Sicht
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FreeCAD 1.2: Große Neuerungen in Sicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Entwicklung von FreeCAD konzentriert sich auf die kommende Version 1.2, wobei zahlreiche Fehlerbehebungen und Verbesserungen umgesetzt werden.
  • Wichtige Arbeitsbereiche wie Sketcher, PartDesign, Assembly und CAM haben wesentliche Optimierungen erhalten.
  • Auch die grafische Benutzeroberfläche (GUI) profitiert von Anpassungen, welche die Bedienung erleichtern und die Stabilität erhöhen.
  • Insgesamt wurden 115 Pull Requests, also Änderungsvorschläge von Entwicklern, in den Hauptentwicklungszweig integriert.
  • Gleichzeitig wurden 49 wichtige Korrekturen auf die stabile Version 1.1 zurückportiert, um deren Zuverlässigkeit zu sichern.

Aktueller Stand der FreeCAD-Entwicklung

Die Arbeit an der Open-Source-CAD-Software FreeCAD schreitet stetig voran. Die Entwicklergemeinschaft hat in der vergangenen Woche zahlreiche Verbesserungen vorgenommen, die hauptsächlich in die zukünftige Version 1.2 einfließen werden. Dennoch wird auch die aktuelle stabile Version 1.1 durch sogenannte Backports gepflegt, bei denen wichtige Fehlerkorrekturen nachträglich eingespielt werden.

Verbesserungen in den Kernbereichen Sketcher und PartDesign

Der Sketcher, das Werkzeug zur Erstellung von 2D-Zeichnungen, erhielt mehrere wichtige Korrekturen. Beispielsweise wurde ein Fehler behoben, durch den neue Geometrien unter bestimmten Umständen fälschlicherweise als Hilfslinien (Konstruktionsgeometrie) erstellt wurden. Außerdem konnten Probleme bei der Anwendung von deckungsgleichen Bedingungen und beim Kopieren von Bemaßungen im Rotationswerkzeug gelöst werden. Die Rückgängig/Wiederholen-Funktion arbeitet nun ebenfalls zuverlässiger.

Im Arbeitsbereich PartDesign, der für die 3D-Modellierung von Bauteilen genutzt wird, gab es ebenfalls Fortschritte. Die Positionierung bei booleschen Operationen, also dem Verschmelzen oder Abziehen von Körpern, wurde korrigiert. Ein weiterer Fehler, der zum Absturz der Software führen konnte, wurde behoben. Zudem ist es jetzt wieder möglich, eine Bezugsebene (Datum Plane) zu verschieben, nachdem ein anderes Objekt innerhalb eines Körpers platziert wurde.

Fortschritte bei Baugruppen und CAM-Funktionen

Der Assembly-Arbeitsbereich, der zum Zusammenfügen mehrerer Bauteile zu einer Baugruppe dient, wurde stark überarbeitet. Es wurden sechs Probleme gelöst, darunter die fehlende Unterstützung für negative Werte bei Zahnstangen- und Schraubverbindungen. Abstürze beim manuellen Löschen von Teilen wurden ebenso behoben wie Fehler bei der Erstellung von Stücklisten (BOM – Bill of Materials). Ferner können Explosionszeichnungen nun wieder korrekt zu technischen Zeichnungen im TechDraw-Arbeitsbereich hinzugefügt werden.

Für den Bereich CAM (Computer-Aided Manufacturing), der zur Erstellung von Maschinenbefehlen für CNC-Maschinen dient, gab es ebenfalls viele Aktualisierungen. Ein neues Migrationssystem erleichtert den Übergang von älteren Werkzeugparametern auf das neue System. Gleichzeitig wurden Fehler in den Operationen LeadInOut und Engrave behoben. Die Pocket-Operation kann nun auch auf sogenannte BSpline-Oberflächen angewendet werden, was die Flexibilität erhöht.

Optimierungen der Benutzeroberfläche und weiterer Module

Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) erhielt zahlreiche kleine, aber nützliche Verbesserungen. Ein neuer Befehl erlaubt das Erstellen von Anmerkungen direkt an einer ausgewählten 3D-Position. Die Suche in den Einstellungen wurde erweitert, sodass nun auch nach Tooltips und Gruppen gesucht werden kann. Um die Lesbarkeit zu verbessern, wurde der Kontrast von Menü-Trennlinien und Pfeilen in Auswahlboxen erhöht. Des Weiteren wurde ein Problem behoben, das zum Verlust von Vorschaubildern führte, wenn nur teilweise geladene Dokumente gespeichert wurden.

Auch andere Bereiche wurden verbessert. So wurde der Reverse Engineering-Arbeitsbereich wieder aktiviert, da er nun mit der aktuellen Programmbibliothek Qt6 kompatibel ist. Speichert ein Nutzer ein Dokument mit reinen Leserechten, erscheint nun eine entsprechende Warnung.

Unsere Einschätzung

Die jüngsten Entwicklungen bei FreeCAD zeigen ein klares Bild: Die Software wird kontinuierlich stabiler und funktionaler. Die hohe Anzahl von 115 zusammengeführten Änderungen in nur einer Woche unterstreicht die Aktivität der Entwicklergemeinschaft. Besonders positiv ist, dass nicht nur an der zukünftigen Version 1.2 gearbeitet wird, sondern durch die 49 Backports auch die Stabilität der aktuellen Version 1.1 gewährleistet bleibt.

Die Korrekturen in Kernbereichen wie dem Sketcher und PartDesign sind für alle Anwender von großer Bedeutung, weil sie die tägliche Arbeit erleichtern. Die Fortschritte in spezialisierten Modulen wie Assembly und CAM machen FreeCAD zudem zu einer immer leistungsfähigeren Alternative im professionellen Umfeld. Die vielen kleinen Anpassungen an der Benutzeroberfläche tragen dazu bei, dass die Software zugänglicher und die Bedienung intuitiver wird. FreeCAD befindet sich auf einem sehr guten Weg.

Quellen

  • Den Originalbeitrag findest du hier.

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