Digital Light Processing – DLP Verfahren

Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026
Von: Sercan Kahraman

Mittels Digital Light Processing werden sehr detailreiche, präzise Modelle im 3D Druckverfahren hergestellt. DLP wird zumeist in der Schmuckindustrie oder dem Prototypenbau verwendet. Bedingt durch die Bauform der DLP Drucker, die eher im Desktopbereich angesiedelt ist, eignet sich das Digital Light Processing nur ganz eingeschränkt für die Umsetzung von Großprojekten. Wie genau das Verfahren funktioniert und wo die Vor- sowie Nachteile liegen, erfährst du in diesem Beitrag.

Wie ist ein Digital Light Processing Drucker aufgebaut?

Ein Digital Light Processing Drucker besteht aus einem teilweise lichtdurchlässigen Tank, einer höhenverstellbaren Plattform sowie einer Belichtungseinheit. Diese Bauform bedingt vergleichsweise kompakte Abmaße, so dass sich DLP vorrangig als Desktoplösung durchgesetzt hat.

Digital Light Processing 3D Drucker Aufbau
Der Aufbau eines Digital Light Processing (DLP) 3D Druckers: Infografik von Sercan Kahraman, CC-BY-SA; Bildquelle: threedom.de

Wie funktioniert das Digital Light Processing?

Ausgangsbasis für das Verfahren ist ein Becken, das mit flüssigem Spezialkunststoff, dem sogenannten Photopolymer, gefüllt ist. Dieser Kunststoff reagiert auf den Einfluss von Licht und erstarrt nach einer gewissen Belichtungszeit. Auf diese technische Eigenschaft baut das DLP auf. Ein vorher durch CAD erstelltes 3D-Modell wird Schicht für Schicht mithilfe eines Projektors von unten durch den lichtdurchlässigen Boden des Beckens in den flüssigen Kunststoff projiziert. Unter Lichteinfluss erstarren die entsprechenden Regionen. Danach wird die erstarrte Schicht durch eine bewegliche Plattform um die Höhe einer Schicht nach oben gedrückt. Unter der ersten Schicht sammelt sich erneut flüssiges Photopolymer, was in der Folge wieder belichtet wird. Sukzessiv entsteht so ein vollständiges Modell. Dieses wird nach Abschluss des Drucks aus dem Becken genommen und in einer Belichtungskammer nachbelichtet. So wird eine vollständige und dauerhafte Aushärtung erreicht.

Wo wird das Digital Light Processing Verfahren verwendet?

Durch die kompakten Bauformen sind DLP Drucker auch für kleinere Unternehmen interessant. Beliebt sind sie laut Formlabs etwa in Dentallaboren, weil sie schnell drucken. Typische Einsatzbereiche sind die Schmuckindustrie oder der Prototypenbau. Für Kunst, etwa kleine Skulpturen, eignet sich das Verfahren ebenfalls. Auch im Modellbau oder für Table-Top-Spiele werden detailgetreue Modelle mittels Digital Light Processing gefertigt.

Welche Materialien können mit dem Digital Light Processing gedruckt werden?

Da DLP nur mit Harzen druckt, die unter Licht aushärten, ist die Auswahl kleiner als beim FDM. Aktuell werden Photopolymere in flüssiger Form eingesetzt. Diese Kunststoffe können allerdings mit keramischen Materialien vermengt werden. Nach dem Druck kommen die Teile dann in eine Brennkammer, wo die Keramiken miteinander verschmelzen und der Kunststoff ausgebrannt wird.

Wie erfolgt die Nachbearbeitung beim Digital Light Processing?

Während des Druckvorgangs werden an dem Modell nadelartige Stützstrukturen integriert, die nach Vollendung des Drucks mechanisch entfernt werden müssen. Eine Nachbearbeitung mit Feilen, Schleifpapier oder ähnlichem ist also unumgänglich. Nachfolgend müssen die Druckobjekte stellenweise noch in einer eigenen Belichtungskammer nachbelichtet werden. Dies ist aber abhängig vom späteren Einsatzzweck und der benötigten Festigkeit des Modells. Werden keramische Additive zugesetzt, ist ein eigener Brennvorgang in einer Brennkammer notwendig. Hier werden alle Kunststoffanteile verbrannt und die Keramik miteinander verschmolzen. Auch für einfache Anwendungen gehört aber das Waschen dazu, etwa in Isopropanol, denn am frischen Teil haftet noch flüssiges Harz.

Welche Vor- und Nachteile hat Digital Light Processing?

Der größte Vorteil von DLP ist die Geschwindigkeit. Bei großen Drucken mit voller Dichte wird jede Schicht schneller belichtet, als es bei Verfahren mit Laser der Fall ist. Günstige Einstiegspreise gelten eher für LCD-Drucker: Laut Formlabs sind DLP-Drucker meist teurer als LCD-Drucker mit ähnlicher Leistung. Die Harzdrucker für wenige hundert Euro, etwa die Photon Mono 4 von Anycubic, arbeiten mit LCD, das Verfahren heißt MSLA. Die DLP-Drucker Photon Ultra und Photon D2 für Privatleute führt Anycubic als ausverkauft (Stand Oktober 2026). Auch Open Source Projekte, die Baupläne für komplette Drucker frei verfügbar ins Netz stellen, sind eine interessante Option. Hier sind allerdings handwerkliches Geschick sowie umfassende Kenntnisse in Mechanik, Pneumatik, Elektrotechnik und IT nötig.

Nachteile finden sich in der Auflösung der Modelle. Da der Drucker Schicht für Schicht ein Modell aufbaut, haben 3D Modelle häufig feine, aber sichtbare horizontale Schichtlinien. DLP rendert Bilder mit rechteckigen Voxeln, so dass auch in der Vertikalen kleine Abstufungen sichtbar bleiben. Das klingt nun dramatischer, als es eigentlich ist, denn die feinen Linien und Kanten sind nur bei genauem Blick sichtbar. Was auch noch zu den Nachteilen gezählt werden muss, ist die Nacharbeit. Sowohl das mechanische Entfernen der Stützstrukturen als auch eventuelles Nachbelichten oder Brennen dauert eine gewisse Zeit.

Vorteile:

  • Kompakte Bauform
  • Schneller Druck

Nachteile:

  • Photopolymere sind in der Anschaffung recht teuer
  • Die Bauform der Drucker ist nicht für große Modelle geeignet
  • Oberflächen nicht hundertprozentig glatt
  • Stützen musst du meist mechanisch entfernen
  • Teilweise noch Nachbelichtung oder Brennen erforderlich

Weitere Verfahren:

    Sercan Kahraman

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    Sercan Kahraman

    Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit 2013 mit dem 3D-Druck. Eine Leidenschaft, die 2016 zur Gründung von threedom führte. Hier schaffst du den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten und vermeidest Fehlkäufe. Im Ratgeber kannst du Stunden verbringen und dein Wissen vertiefen – kostenlos. Viel Spaß! 

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