Tinkercad: das kostenlose 3D-Programm im Browser erklärt

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2026
Von: Sercan Kahraman

Tinkercad ist ein kostenloses 3D-Programm von Autodesk, das im Browser läuft. Du setzt Modelle aus Grundformen zusammen wie aus Bauklötzen und lädst sie als STL-Datei für deinen 3D-Drucker herunter. Für Einsteiger und Kinder ist das ein leichter Einstieg ins eigene Modell. Für Details wie geglättete oder abgeschrägte Kanten und hohle Modelle verweist Tinkercad selbst auf das größere Programm Fusion.

Was ist Tinkercad?

Tinkercad ist eine Web-App von Autodesk für 3D-Konstruktion, Elektronik und Programmieren. Nach eigener Angabe haben es schon über 100 Millionen Menschen genutzt (Tinkercad). Ein Modell entsteht aus Grundformen wie Quader, Zylinder, Kugel oder Text. Jede Form ist entweder ein Volumenkörper oder eine Bohrung. Gruppierst du Formen, rechnet Tinkercad sie zusammen: „Volumenkörper-Bauteile fügen Material hinzu, Bohrungen entfernen es.“ So steht es im Editor selbst.

Tinkercad hat drei Bereiche:

  • 3D-Entwurf: Modelle für den 3D-Druck und 2D-Teile für den Lasercutter. Für deinen Drucker ist vor allem dieser Bereich wichtig.
  • Schaltkreise: Elektronik am Bildschirm aufbauen und simulieren, auch mit Arduino und micro:bit (Tinkercad).
  • Codeblocks: 3D-Modelle aus Programmierblöcken bauen.

Im 3D-Entwurf steckt außerdem Sim Lab, eine Physik-Simulation, in der sich deine Entwürfe bewegen.

Wie du dein erstes Modell baust, zeigt unser Tinkercad-Tutorial auf Deutsch am Beispiel eines Schlüsselanhängers.

Was kostet Tinkercad?

Nichts. Tinkercad wirbt auf seiner Startseite mit „Für jeden kostenlos“ und „Keine Verpflichtungen“ (Tinkercad). Die iPad-App ist im App Store ebenfalls gratis (App Store). Einen Bezahltarif oder eine Pro-Fassung haben wir auf den Seiten von Tinkercad nicht gefunden, Stand Oktober 2026. Werbung zeigt Tinkercad nach eigener Angabe nicht.

Brauchst du ein Konto, und ab welchem Alter?

Ja, zum Konstruieren brauchst du ein kostenloses Konto oder den Code einer Schulklasse. Ab 13 Jahren darfst du laut Nutzungsbedingungen ein eigenes Konto anlegen (Autodesk, Abschnitt 1). Für Jüngere und Jugendliche gelten diese Regeln:

  • Unter 13: nur mit Zustimmung von Mutter, Vater oder Vormund oder als Schüler in einer Klasse, die eine Lehrkraft angelegt hat.
  • Bis zur Zustimmung ist das Konto eingeschränkt, eigene Entwürfe kannst du damit noch nicht anlegen. Stimmen Eltern oder Lehrkraft nicht innerhalb von 14 Tagen zu, löscht Tinkercad das vorläufige Konto.
  • Ab 13, aber noch nicht volljährig: Deine Eltern stimmen den Nutzungsbedingungen für dich zu und beaufsichtigen dich dabei.
  • In der Schule: Schüler können ohne eigenes Konto mitmachen. Sie treten mit dem Code der Lehrkraft einer Klasse bei und arbeiten unter einem Spitznamen (Autodesk, Datenschutz für Kinder).

Beim Registrieren fragt Tinkercad nach Land und Geburtsdatum. Daraus ergibt sich, welche Kontoart du bekommst (Tinkercad). Je nach Land kann die Altersgrenze höher liegen. Neue Kinderkonten starten im sicheren Modus: Entwürfe bleiben privat, und öffentliche Inhalte sind eingeschränkt. Abschalten können ihn nur Eltern oder Lehrkräfte, die das Konto betreuen. Daten von Kindern verkauft Autodesk laut eigener Erklärung nicht und nutzt sie nicht für Werbung.

Was du beim 3D-Druck mit Kindern sonst beachten solltest, steht in unserem Ratgeber 3D-Drucker für Kinder.

Auf welchen Geräten läuft Tinkercad?

Im Browser, etwa unter Windows, macOS und ChromeOS, dazu als App auf dem iPad. Ein Programm zum Installieren auf dem Rechner gibt es nicht. Tinkercad nennt als Systeme, auf denen es gut läuft, unter anderem Windows 10 und 11, macOS ab 10.13.2 und ChromeOS auf Chromebooks (Tinkercad).

  • Deine Entwürfe speichert Tinkercad online in deinem Konto. Im Editor siehst du dann „Alle Änderungen gespeichert“.
  • Die iPad-App braucht iPadOS 15.6 oder neuer und laut Autodesk eine Internetverbindung. Die App selbst gibt es laut App Store nur auf Englisch (App Store).
  • Die Browser-Fassung gibt es auf Deutsch. Die Sprache stellst du ganz unten auf der Seite um, auf der englischen Seite unter „Select language“.

Wie kommt ein Tinkercad-Modell auf deinen 3D-Drucker?

Über den Knopf „Exportieren“: Er lädt dein Modell als STL- oder OBJ-Datei herunter, die du in deinem Slicer öffnest (Tinkercad). Einen Slicer hat Tinkercad nicht eingebaut. Im Exportfenster findest du diese Bereiche:

  • „Für 3D-Druck“: .STL und .OBJ
  • „Für Laserschneiden“: .SVG als 2D-Datei

Du wählst dabei, ob alle Objekte im Entwurf in die Datei kommen oder nur die ausgewählten Formen. Das Format 3MF bietet Tinkercad nicht an, für die gängigen Slicer reicht STL. Was die Formate unterscheidet, steht in unserem Ratgeber 3D-Dateiformate.

Umgekehrt holst du fremde STL-, OBJ- und SVG-Dateien über „Importieren“ in deinen Entwurf. Wie das geht, zeigt unser Tutorial.

Wo stößt Tinkercad an Grenzen?

Laut Tinkercad selbst bei Details wie geglätteten und abgeschrägten Kanten oder hohlen Modellen, dazu bei großen, detailreichen Netzen. Für solche Details verweist der Editor auf Fusion: Damit könntest du „Kanten glätten und abschrägen sowie hohle Modelle erstellen“. In Tinkercad stellst du Rundungen und Abschrägungen an einzelnen Grundformen ein, etwa als Radius am Quader oder als Abschrägung am Zylinder. Mit „An Fusion senden“ übergibst du einen Entwurf, dabei werden nur einfache Formen und Gruppen einfacher Formen übertragen.

  • Nur Netze: Tinkercad gibt STL und OBJ aus, also Dreiecksnetze. Ein Austauschformat für CAD-Programme wie STEP bietet der Exportdialog nicht.
  • Große Dateien: Tinkercad importiert höchstens 25 MB je Datei und Netze bis 300.000 Dreiecke. Detailreichere Figuren musst du vorher in einem anderen Programm vereinfachen.
  • Nur online: Ohne Anmeldung, also Konto oder Klassencode, und ohne Internetverbindung kannst du nicht arbeiten. Autodesk rät in den Nutzungsbedingungen selbst, deine Inhalte zu sichern.

Gehören dir deine Tinkercad-Entwürfe?

Im Grundsatz ja: Autodesk beansprucht laut Nutzungsbedingungen kein Eigentum an deinen Inhalten (Abschnitt 4.a). An den mitgelieferten Formen behält Autodesk aber alle Rechte (Sonderbedingungen, Abschnitt II).

Für alles, was du in Tinkercad anlegst, hochlädst oder teilst, räumst du Autodesk eine weltweite, unbefristete und kostenlose Lizenz ein (Abschnitt 4.b). Sie ist nicht exklusiv. Autodesk darf sie aber an andere weitergeben und deine Inhalte vervielfältigen, verbreiten, verändern und öffentlich zeigen. Das gilt nur im Zusammenhang mit dem Dienst und dem Geschäft von Autodesk, etwa um für Tinkercad zu werben, oder um rechtliche und technische Pflichten zu erfüllen. Soweit das Recht es zulässt, verzichtest du außerdem auf deine Urheberpersönlichkeitsrechte, etwa darauf, als Urheber genannt zu werden. Die Lizenz bleibt auch bestehen, wenn der Vertrag endet (Abschnitt 19).

Veröffentlichst oder teilst du einen Entwurf, dürfen ihn auch andere Nutzer kopieren und abwandeln (Sonderbedingungen, Abschnitt I). Gibst du eine eigene Form für die Formenbibliothek der Community frei, verzichtest du laut Editor sogar ganz auf dein Urheberrecht daran. Andere dürfen sie dann auch kommerziell nutzen, ohne dich zu fragen oder zu nennen.

Darfst du Drucke aus Tinkercad verkaufen?

Das regeln die Bedingungen nicht ausdrücklich, lies sie deshalb vorher selbst. Zwei Stellen in den Sonderbedingungen für Tinkercad mahnen zur Vorsicht:

  • Abschnitt II: Die mitgelieferten Formen und Modelle von Autodesk darfst du im Programm verschieben und in der Größe ändern. Als Foto darfst du sie in der Galerie, in sozialen Netzwerken oder in einer Mappe mit deinen Arbeiten zeigen. Sie zu verkaufen oder anders zu verwerten, ist verboten. Ob das auch für Drucke aus einfachen Grundformen gilt, steht dort nicht.
  • Abschnitt III: Fassungen, die als „free“ angeboten werden, sind danach auf nicht kommerzielle Erprobung beschränkt, sofern die Dokumentation nichts anderes sagt. Dieselbe Stelle begrenzt solche Fassungen auch auf 30 Tage. Das passt nicht zu Tinkercad, eindeutig ausgeschlossen ist es aber nicht.

Nimmst du einen fremden Entwurf aus der Galerie als Vorlage, gilt zusätzlich dessen Lizenz. Steht „NC“ im Namen einer Creative-Commons-Lizenz, ist kommerzielle Nutzung nicht erlaubt. Steht „ND“ darin, darfst du ihn nur unverändert weitergeben.

Und Autodesk schließt in Abschnitt 17.b der Nutzungsbedingungen die Gewähr aus: Produkte und Materialien, mit denen über den Dienst etwas gefertigt wird, eignen sich womöglich nur zur Dekoration, womöglich nicht für Kinder unter 13, etwa als Spielzeug, und womöglich nicht für Lebensmittel oder Getränke. Ob ein Teil geeignet ist, musst du selbst prüfen.

Welche Alternativen gibt es zu Tinkercad?

Wenn dir Tinkercad zu eng wird, ist Fusion von Autodesk der naheliegende nächste Schritt. Kostenlos und quelloffen sind FreeCAD und OpenSCAD.

  • Autodesk Fusion: parametrisches CAD vom selben Hersteller, einfache Formen aus Tinkercad lassen sich direkt übergeben. Für private Projekte unter Bedingungen kostenlos und ab 13 Jahren nutzbar, Details in unserem Ratgeber Fusion kostenlos.
  • Onshape Free: läuft wie Tinkercad im Browser, ist aber nur für nicht kommerzielle Nutzung frei, und alle Dokumente sind öffentlich.
  • FreeCAD: kostenloses CAD-Programm zum Installieren, mehr unter FreeCAD.
  • OpenSCAD: Das Modell entsteht aus einem Skript statt mit der Maus, mehr unter OpenSCAD.

Einen Vergleich mit Kosten und Systemen findest du in unserer Übersicht CAD-Programme für den 3D-Druck.

  • Ja. Tinkercad von Autodesk ist kostenlos, im Browser und als iPad-App, und nach eigener Angabe werbefrei. Einen Bezahltarif haben wir nicht gefunden, Stand Oktober 2026. Du brauchst nur ein kostenloses Konto.

  • Ein eigenes Konto gibt es laut Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren. Tinkercad fragt beim Registrieren nach Land und Geburtsdatum, je nach Land kann die Grenze höher liegen. Jüngere Kinder brauchen die Zustimmung der Eltern oder machen über eine Klasse ihrer Lehrkraft mit. Bis zur Zustimmung ist das Konto eingeschränkt und wird nach 14 Tagen gelöscht, wenn niemand zustimmt. Bis zur Volljährigkeit müssen die Eltern den Nutzungsbedingungen zustimmen.

  • Für Windows oder Mac nicht. Tinkercad läuft im Browser und speichert deine Entwürfe online. Für das iPad gibt es eine kostenlose App ab iPadOS 15.6, die laut Autodesk ebenfalls eine Internetverbindung braucht.

  • Als STL oder OBJ, für den Lasercutter als SVG. 3MF bietet Tinkercad nicht an. Die STL-Datei öffnest du in deinem Slicer.

Sercan Kahraman

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Sercan Kahraman

Mein Name ist Sercan und ich beschäftige mich seit 2013 mit dem 3D-Druck. Eine Leidenschaft, die 2016 zur Gründung von threedom führte. Hier schaffst du den Einstieg in die wunderbare Welt der Schichten und vermeidest Fehlkäufe. Im Ratgeber kannst du Stunden verbringen und dein Wissen vertiefen – kostenlos. Viel Spaß! 

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